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Altersarmut Frauen in der Rentenfalle

Zwei X-Chromosomen sind das größtmögliche Armutsrisiko in Deutschland. Frauen verdienen weniger, arbeiten Teilzeit, ziehen Kinder groß… und stehen am Ende ihres Erwerbslebens häufig mit Renten da, die kaum das Überleben sichern

Von: Katarina Schickling

Stand: 17.05.2017

Die durchschnittliche Rente einer Frau beträgt mit 645 Euro 60 Prozent weniger als die eines Mannes. Fast die Hälfte der westdeutschen Frauen, die zwischen 1966 und 1970 geboren sind, werden gerade mal um die 700 Euro monatlich bekommen. Frauen tappen in die Armutsfalle – auch weil der Staat das durch seine Gesetzgebung fördert!


Dies ist ein Film über ein skandalöses Ärgernis. Über ein Problem, das alle Generationen betrifft: Die Hausfrauen der Wirtschaftswunderjahre, noch mehr jedoch ihre Töchter, und ihre Enkelinnen. Wir fragen Bundesfamilienministerinnen aus drei Jahrzehnten – Rita Süssmuth, Renate Schmidt und Manuela Schwesig – warum nach fast einem halben Jahrhundert Debatten ein Problem noch immer so drängend ist, dessen Ursachen ebenso lange auf der Hand liegen. Haben unsere Politiker tatsächlich jahrzehntelang Gesetze auf den Weg gebracht, die Frauen sehenden Auges in die Armutsfalle treiben? Denn das Problem ist auch strukturell bedingt. Die Alleinverdienerehe wird bis heute durch Ehegattensplitting und beitragsfreie Krankenversicherung für Ehepartner steuerlich hoch subventioniert, nach einer Scheidung jedoch durch das 2008 geänderte Unterhaltsgesetz bestraft.

Wir begegnen Frauen aus drei Generationen: Rentnerinnen, die mehrere Kinder großgezogen haben und wegen ihrer geringen Altersbezüge auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind und nur mit Spenden und Angeboten wie den kostenlosen Lebensmitteln der Tafeln über die Runde kommen. Einer Frau aus der Baby-Boomer-Generation, geschieden, die der Kinder wegen stets Teilzeit gearbeitet hat und sich nun, gebeutelt vom neuen Unterhaltsrecht, das auch bei langjährigen Ehen kaum noch Ausgleichzahlungen vorsieht, um ihren Lebensabend sorgt. Und einer jungen Mutter, die erst zu ahnen beginnt, wie hoch der Preis sein kann, den sie für ihren Einsatz zu Hause bezahlen muss. An ihrem Beispiel rechnen wir genau durch, welche finanziellen Folgen Babypause, Teilzeitarbeit und Mini-Jobs für ihre spätere Rente haben. Gemeinsam mit Betroffenen und mit Fachleuten aus Wissenschaft und Politik ergründen wir, wo die Ursachen liegen, welche Kräfte einen Wandel verhindern, und wie Frauen der fatalen Rentenfalle entgehen können.


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