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Mangel auf dem Arbeitsmarkt Fachkräfte dringend gesucht

Der deutsche Wirtschaftsboom bekommt Kratzer. Nicht nur Handelskriege dämpfen die Erwartungen der Unternehmen. Besonders im Süden der Republik kämpfen Firmen gegen den Fachkräftemangel. Handwerksbetriebe müssen Aufträge ablehnen, weil Personal fehlt. Allein in Bayern betrug 2018 der volkswirtschaftliche Schaden rund 20 Milliarden Euro. Warum machen immer weniger Junge eine Lehre im Handwerk? Welche Unterstützung brauchen Unternehmer? Und: was bringt das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

Stand: 10.10.2019

Malermeister Ivo Fuhrmann geht jedes Jahr zum Berufsinfoabend an die örtliche Mittelschule, um persönlich Azubis zu werben. Wenn er Glück hat, findet er so ein, zwei Jugendliche, die wenigstens ein Praktikum in seinem Betrieb machen möchten. Seine Auftragsbücher sind voll. Zu seinen 46 Angestellten zählen inzwischen auch 6 Flüchtlinge, die er ausbildet. Sonst könnte er das Pensum nicht bewältigen.

Auch ein Nürnberger Recycling-Unternehmen hat einen Flüchtling ausgebildet: zur Fachkraft für Metalltechnik - ein Beruf, für den es kaum einheimische Bewerber gibt. Doch nach der abgeschlossenen Lehre droht Soungalo Samake aus Mali die Abschiebung. Kann er länger bleiben unter Berufung auf die „3+2-Regelung“, die besagt, dass er nach der dreijährigen Ausbildung zwei weitere Jahre im Beruf arbeiten darf?

Neben den handwerklich-technischen Berufen fehlen vor allem in der Pflege Fachkräfte. Die Geschäftsführerin der Danuvius Fachkliniken mit Sitz in Ingolstadt verfolgt deshalb noch weitere Strategien: sie versucht, ehemalige Teilzeitkräfte und ältere Arbeitnehmer für Pflegeberufe zu gewinnen. Gleichzeitig holt sie ausländische Fachkräfte aus den Philippinen.

Obwohl viele Unternehmen also ihre Anstrengungen, auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Fachkräfte oder Azubis zu bekommen, enorm gesteigert haben, sind sie immer häufiger auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Wird das geplante neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Personalnot lindern? Experten sehen das Gesetz kritisch, weil sie weiterhin hohe bürokratische Hürden befürchten.

Welche Strategie fährt die Bundesregierung angesichts des Fachkräftemangels?


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