BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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"Dahoam is Dahoam"-Interview mit Sybille Waury Willkommen in Lansing, Vera!

Zuschauer der "Lindenstraße" kennen sie durch die Rolle der Tanja Schildknecht. Nun schlägt Schauspielerin Sybille Waury in Lansing ein neues Kapitel auf: als Neuzugang bei "Dahoam is Dahoam". Ihre Figur Vera Hülsmann kommt aus Hannover und funkt schon bald mächtig ins Leben des Apothekers Bamberger hinein.

Stand: 16.11.2020

Neuzugang Sybille Waury als Vera Hülsmann kommt aus dem fernen Hannover nach Bayern – und funkt schon bald mächtig ins Leben des Apothekers Bamberger hinein.  | Bild: BR/Nadya Jakobs

Du bist den Zuschauern u.a. als Tanja Schildknecht aus der Kultserie "Lindenstraße" bekannt, nun dürfen sie sich auf deine neue Rolle als Vera Hülsmann in Lansing freuen. Wer ist Vera und auf was dürfen sich die "Dahoam is Dahoam"-Zuschauer gefasst machen?

Meine Rollen Vera und Tanja wären mit Sicherheit keine Freundinnen. Vera ist eine aufgeschlossene, interessierte, freundliche Frau. Mutig und neugierig trifft sie in Lansing ein, möchte am liebsten mit allen befreundet sein und viel über ihre Mitmenschen erfahren. Sie ist voller Urvertrauen, glaubt an das Gute im Menschen und hat auch sehr viel mehr Humor als die vom Leben gebeutelte Tanja.
Als selbstständige Frau wünscht sie sich nichts mehr, als in der Lansinger Dorfgemeinschaft akzeptiert zu werden. Aber der Gegenwind der Lansinger wird teilweise ganz schön heftig für die Hannoveranerin.

Gibt es Unterschiede zwischen Vera und der Privatperson Sybille Waury?

Roland (l.. Horst Kummeth) und Vera (Sybille Waury) haben sich auf Reisen mit dem Fahrrad kennengelernt.

Eine Weltreise auf dem Fahrrad wäre bestimmt nichts für mich. Vera ist sehr viel selbstsicherer und mutiger als ich, und so unfassbar sozial. Deswegen macht es mir auch so viel Spaß sie zu spielen. Etwas von ihrer Sorglosigkeit kann ich mir als Sybille ja vielleicht von der Figur mitnehmen. Außerdem ist Veras Kleiderwahl auch sehr viel sorgfältiger als meine ;-)

Wie gefällt es dir in Bayern? Hast du dich schon eingelebt, verstehst du schon bayerisch – und in Veras speziellem Fall, fränkisch?

Der Unterschied zu Berlin ist schon enorm. Ich bin immer noch verwirrt, wenn ich mir die Vorfahrt mit dem Fahrrad nicht erkämpfen muss, sondern freundlich weitergewunken werde.
Die Spaziergänge mit Hund sind auch unfassbar schön hier. Meine Mutter hat ihr Abitur im Allgäuer Kempten gemacht, ein großer Teil meiner Verwandtschaft wohnt noch in Bayern und so viele Jahre mit "Else Kling" in der "Lindenstraße" und einem fränkischen Produzenten haben mein Ohr für bayerisch und fränkisch gut geschult.

Du stehst ja seit deinem 15. Lebensjahr durchgängig vor der Kamera. Hast du eine klassische Schauspielausbildung genossen oder wurdest du damals "ins kalte Wasser geschubst"?

Im Alter von acht Jahren habe ich zum ersten Mal gedreht. Meine Ausbildung habe ich also eher unterwegs "zusammengesammelt", größtenteils bei amerikanischen Lehrern. Das meiste jedoch habe ich von Kollegen während der Arbeit gelernt. Das "ins kalte Wasser schubsen" war eher ein "Springen mit Schwimmflügeln" und großer Freude meinerseits.

Welche weiteren Stationen haben deine Karriere bislang geprägt?

Ob sich die beiden auch im Lansinger Alltag verstehen?

Die Bille im "Käpt'n Blaubär Club" hat mich lange begleitet und Theater spielen durfte ich auch immer wieder, einmal sogar in Japan. Mogli im "Dschungelbuch" und Abigail in Millers "Hexenjagd" sind dabei die gegensätzlichsten Rollen, die ich spielen durfte. Neben der "Lindenstraße" konnte ich zum Glück viele andere Engagements annehmen, sonst hätte ich die 34 Jahre Dauerserie vielleicht doch nicht so gut durchgehalten.

Du hast ja eine enge Verbindung zu "Dahoam is Dahoam", die auf den ersten Blick nicht so offensichtlich ist.

Ja, das stimmt. Mein Mann Joachim ist mittlerweile Chef-Autor von "Dahoam is Dahoam". Bevor er diese Stelle übernahm, hat er bereits in beratender Funktion die Dramaturgie-Abteilung unterstützt.

Wie ist es für dich, als selbstständige Frau, unter der Feder deines Mannes zu spielen?

Das hat Vor- und Nachteile: Auf der einen Seite kann man sich auch privat über die Geschichten und Entwicklung meiner Rolle austauschen, auf der anderen Seite muss man sich auch im Privaten über die Geschichten und die Rolle austauschen. ;-)
Im Ernst: Da liegt zwar ein Fünkchen Wahrheit verborgen, aber ich sehe meine schauspielerische Arbeit und seine kreative Tätigkeit voneinander getrennt und wir beiden gehen professionell damit um, auch wenn es eine ungewohnte Konstellation ist.


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