BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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"Dahoam is Dahoam"-Interview mit Silke Franz Julia Neuburger kocht im Lansinger Brunnerwirt

Als "rettender Engel" hilft sie dem Brunnerwirt aus der Not: Silke Franz spielt die Köchin Julia Neuburger und springt in die Bresche, als Fanny länger auf Liesls Hütte in Österreich verweilt. Im Gespräch mit dem Lansinger Neuzugang erzählt uns Silke, was ihre Rolle ausmacht, wie sie Schauspielerin wurde und was ihr Leben privat bereichert.

Stand: 29.03.2021

Dahoam is Dahoam: Silke Franz mit DiD-Herz als Köchin Julia Neuburger. | Bild: BR/Nadya Jakobs

Silke, verrate uns doch mal, wer Julia ist!

Köchin Julia verkörpert ein wenig den rettenden Engel im Brunnerwirt; sie kommt quasi genau im richtigen Moment in das Leben der Brunners. Sie ist quirlig, selbstbewusst, ein herzlicher Mensch und versteht sich auf Anhieb mit Brunnerwirt Gregor. 

Wie waren deine ersten Drehtage in der bayerischen Serie "Dahoam is Dahoam"?

Silke Franz als Julia Neuburger (Mitte) in der Brunnerwirt-Küche (l.: Holger M. Wilhelm als Gregor, r.: Sophie Reiml als Sarah).

Ich fühle mich am Set pudelwohl; vor allem macht es Spaß, zwei Monate am Stück durchgehend zu drehen. Da bin ich in meinem Element, darf jeden Tag das tun, was ich liebe, nämlich spielen. Ich kann in dem täglichen Drehbetrieb einiges an Erfahrung mitnehmen und fühle mich damit gewappnet und sehr motiviert für weitere Rollen und zukünftige Engagements.

Und wie läuft es mit den Kollegen?

Die Kollegen sind toll und so herzlich! Schon beim Casting hat es zwischen meinem Schauspielpartner Holger Matthias Wilhelm und mir auf Anhieb gepasst. Wir verstehen uns unfassbar gut, haben viel Spaß und Respekt mit- und voreinander, was sich natürlich sehr positiv auf unser Zusammenspiel auswirkt.

Du spielst eine Köchin. Wie ist es privat: Kannst du kochen?

Verstehen sich gut: Julia und Gregor.

Als Mutter von zwei Kindern sollte ich kochen können :-) Für die Kinder ist es mir vor allem wichtig gesund zu kochen, da muss man manchmal tricksen und in die "einfache Tomatensauce" noch weitere Gemüsesorten püriert hineinzaubern. Ich selbst liebe die vietnamesische Küche - mindestens zweimal im Monat gibt es Sommerrollen mit angebratenem Tofu.
Bei "Dahoam is Dahoam" kocht Julia allerdings die bayerische Küche, was ich als Vegetarierin von meiner Familie kenne, aber selber nicht so oft esse und daher auch nur selten koche.

Was viele Zuschauer vielleicht nicht wissen: Die Gerichte werden am Set von entsprechenden Profis vorgekocht! Wir Schauspieler haben es also mit "richtigem" Essen zu tun Auch die Dekorationen werden individuell vorbereitet, Attrappen kommen nur selten vor.

Deine Julia spricht ja bayerisch. Wie ist das in deinem Alltag?

Obwohl ich in Bad Aibling aufgewachsen bin, einer kleinen Stadt bei Rosenheim, haben wir auf dem Gymnasium meist hochdeutsch gesprochen. Auch als Teenager schickte sich Dialekt nicht so sehr, so dass meine Mutter sogar noch heute über meine Aussprache frotzelt, weil ich es nach wie vor nicht gewohnt bin, mit ihr bayerisch zu sprechen. Ich bin aber sehr froh, dass die Mundart nicht spurlos an mir vorübergegangen ist: Fast alle meine Rollen erforderten bislang den bayerischen Dialekt.

Wie bist du Schauspielerin geworden?

Silke Franz neben Edgar Selge (M.) und Michaela May (r.) im Polizeiruf "Endspiel".

Ich bin diplomierte Kommunikationswissenschaftlerin und habe erstmal als Trainee in einer großen Drucker Company gestartet. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass das nicht meine Berufung ist: Ich brauche Freiheit, um kreativ zu sein. Mit 25 Jahren war es dann fast schon zu spät für die Schauspielausbildung, zumindest für die staatlichen Schulen, die nur weibliche Anwärter bis max. 24 Jahre aufnehmen.

So absolvierte ich meine Ausbildung an der privaten Schauspielschule "Theaterraum" in München, was den Vorteil mit sich brachte, das Gelernte unmittelbar auf der hauseigenen Bühne in die Tat umzusetzen. Immer schon war ich vom amerikanischen Schauspiel fasziniert, deshalb setzte ich meine Ausbildung in New York am "Lee Strasberg Theatre & Film Institute" und bei Susan Batson fort. Nach einem Jahr voller Erfahrungen kam ich wieder nach Deutschland zurück und begann mir mit kleineren Rollen ein Image aufzubauen.

Ich habe bislang in vielen Serien mitgewirkt, zum Beispiel bei den "Rosenheim-Cops", "Die Chefin", "Hubert und Staller", "Bergdoktor", "Soko München" und "Polizeiruf 110", um einige zu nennen.

Was waren bislang die Highlights deiner Karriere?

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf dem roten Teppich vertreten bei der Kinofilm-Premiere von "Eine ganz heiße Nummer 2", in dem ich mitspielen durfte. Das war schon super, direkt die Reaktion des Publikums auf den Film mitzubekommen. Letzten Herbst habe ich außerdem im Kinder-Kinofilm "Der Junge Häuptling Winnetou" als Miss Hawkins mitgewirkt. Mit Kindern am Set zu drehen, das ist schon was echt Besonderes. Sie sind so voller Spielfreude und Energie, wir hatten sogar eigens für die Kinder jemanden dabei, der sie mit Spielen bei Laune hielt - das habe ich genossen und war bei jedem Spiel mit dabei.

Diesen Sommer drehe ich den Kinofilm "Wer gräbt den Bestatter ein?". Dort spiele ich eine Japanologin und bin daher schon fleißig am Japanisch üben.


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