BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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"Dahoam is Dahoam"-Interview mit Paul Sedlmeir Neu-Lansinger Koch Samuel "Sam" Mair

Immer wieder sorgen Gäste in Lansing für spannende Geschichten. Bei "Hubert und Staller" bzw. "Hubert ohne Staller" avancierte Paul Sedlmeir zum Publikumsliebling und spielt nun in "Dahoam is Dahoam" den Koch Samuel "Sam" Mair. Paul verrät uns, wieviel Sam in ihm persönlich steckt, welche Rollen ihn reizen und welche Zukunftspläne er hat.

Stand: 16.03.2021

Dahoam is Dahoam: Paul Sedlmeir mit DiD-Herz als Koch Samuel "Sam" Mair. | Bild: BR/Marco Orlando Pichler

Paul, du stammst aus der sehr populären Hörbiger-Familie. Hat dich deine Familie gefördert und angespornt?

Als ich ein kleiner Junge war, gehörten die Paul Hörbiger-Heimatfilme zu meinem Sonntagsprogramm. Ich gebe zu, ich habe es gehasst, denn ich wollte lieber raus und mit meinen Freunden spielen, ich respektloser Bengel (er lacht). Als Erwachsener finde ich es schon sehr beeindruckend, was er alles gespielt hat. Ich glaube, es waren mehr als 300 Verfilmungen! Auch andere Familienmitglieder wie Mavie Hörbiger und Elisabeth Orth haben meinen Respekt und meine Bewunderung für ihre Arbeit, und natürlich auch Christian Tramitz, mit dem ich für "Hubert ohne Staller" ja gemeinsam vor der Kamera stehe. Klar, diese Menschen haben mich sicher auch geprägt und in die Richtung Schauspiel "gekickt".

Kannst du uns von deinen Karriere-Anfängen erzählen?

Sam (l.) in der Brunnerwirt-Küche (Mitte: Theresa Brunner (Ursula Erber), rechts: Gregor Brunner (Holger Wilhelm).

Ich bin mehr oder weniger zufällig und völlig unkonventionell zu meiner ersten Rolle gekommen. Mein Produzent brauchte vor Jahren mal für die Location-Suche meine Unterstützung als gut vernetzter "Local" und ich habe mir im Gegenzug gewünscht, als Produktionspraktikant mal vor die Kamera zu dürfen. Zack! Die Rolle Martin Riedl! Zack! Schauspieler! Zack: "Dahoam is Dahoam" (er lacht).

Welche Rollen liegen dir besonders?

Verstehen sich gut: Sam und die "alte" Brunnerwirtin Theres.

Für mich als Schauspieler gehört es zum Beruf in verschiedene Rollen zu schlüpfen, sich hineinzuversetzen und sie leidenschaftlich und glaubwürdig auszufüllen. Das macht einen guten Schauspieler aus. Die Vielseitigkeit ist eine stetige Herausforderung und nicht immer einfach. Aber ich bleibe da dran, denn ich möchte mich ungern auf eine bestimmte Rolle festlegen lassen. Es gibt viele Kolleginnen und Kollegen, die sich erst nach Jahren im Beruf für anspruchsvolle Dramen qualifiziert haben. Iris Berben beispielsweise: unvergesslich an der Seite von Dieter Krebs in der Comedy-Reihe "Sketchup", aber ebenso toll als Kommissarin in der Krimiserie "Rosa Roth". 

Hast du berufliche Zukunftspläne, die du verfolgst?

Nach wie vor steht "Hubert ohne Staller" ganz oben auf meiner Liste. Seit dem Ausstieg von Helmfried von Lüttich hat sich aus dem ehemaligen Dream-Duo ein tolles Dream-Team entwickelt und mir macht die Arbeit als Riedl wesentlich mehr Freude. Ergo machen auch die Dreharbeiten mehr Spaß. Im kommenden Jahr stehen zwei große Projekte an, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich aber leider nicht mehr verraten. Nur soviel:  Ich bin dabei und ich bin sicher, es wird sehr lustig.

Wie verbringst du deine Freizeit?

Paul als Riedl (Mitte) an der Seite von Hubert (Christian Tramitz, l.) und Staller (Helmfried von Lüttichau, r.)

Ich bin ein Familienmensch, sehr naturverbunden und ein totaler Sport-Fan. Aktiv spiele ich Tennis, was ja gerade leider nicht möglich ist. Als FC Bayern-Fan gibt es im Moment zumindest einen kleinen Ersatz, allerdings fehlen mir, so wie vielen Fans, die Stadionbesuche. Ich liebe es einfach, dort zu sein! Schon als kleiner Bub bin ich mit meinem Vater in die Stadien gegangen. Mit ihm war ich damals meistens beim TSV München 1860, heute bin ich auch Fan vom FC Bayern. Da hat man dann das ganze Gefühlskino abgedeckt: Die Stimmung bei den Sechzigern ist volksnah und rau, mit einem sehr fachkundigen und leidenschaftlichen Publikum. Beim FC Bayern ist es auch toll, aber irgendwie ein bisschen mehr mit angezogener Handbremse. Aber auch schön ;-)

Natürlich interessiert unsere Zuschauer, wie es es zu deinem Engagement bei "Dahoam is Dahoam" gekommen ist!

Beide Serien werden im BR Fernsehen ausgestrahlt und diese Nähe zum Sender war dann der Auslöser für die Anfrage. Wir hatten gerade die Dreharbeiten für "Hubert ohne Staller" in diesem Jahr beendet, es passte also ideal.

Du hast ja schon im Drehalltag einer wöchentlichen Serie Erfahrungen gesammelt. War es für dich eine Umstellung, nun für eine tägliche Serie zu drehen?

Die Eingewöhnung wurde mir sehr leicht gemacht, denn das "Dahoam is Dahoam"-Team ist super gut eingespielt und ich wurde sehr nett aufgenommen. Und ich muss ehrlich sagen: Ich bin beeindruckt! Alles ist hier viel größer, es werden täglich mehrere Plots produziert, die über viele Wochen weitererzählt werden. Das erfordert von allen Beteiligten hinter und vor der Kamera eine hohe Konzentration - das ist kein Kindergarten! Sehr viel Detailarbeit, denn alle Rädchen müssen ineinandergreifen - wirklich beeindruckend. 

Unsere Zuschauer erleben dich als den "geheimnisvollen" Koch Samuel. Hast du selbst eine Affinität zum Kochen?

Da muss ich die Zuschauer enttäuschen! Für Spiegelei mit Bratkartoffeln reicht es vielleicht gerade, aber um Zwiebeln und Gemüse in Höchstgeschwindigkeit zu schneiden, benötige ich ein Double. Bei uns zu Hause hat meine Frau die Löffel in der Hand, sie kocht leidenschaftlich gern und ich fungiere hier maximal als Schnippelhilfe, das aber sehr gerne. Und wie sich Samuel im Brunnerwirt schlagen wird, das verrate ich an dieser Stelle natürlich noch nicht ;-)


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