BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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"Dahoam is Dahoam"-Interview mit Gabi und Erika So wichtig sind Lansings Landfrauen

Bei "Dahoam is Dahoam" sind sie sozusagen das gute Gewissen und der Dorffunk der Gemeinde und bestens vernetzt - Lansings Landfrauen. Im exklusiven Interview verraten uns Veronika Geißler als stellvertretende Bürgermeisterin Erika Riedle und Manuela Baumhäckel als alleinerziehende Mutter Gabi Rankl, was sie persönlich am Landleben schätzen und warum die Landfrauen in Lansing eine wichtige Rolle spielen.

Stand: 21.05.2021

Dahoam is Dahoam: Vroni sieht sich dem Frust der Landfrauen ausgesetzt. Von Links: Landfrau Erika (Veronika Geißler), Landfrau Gabi Rankl (Manuela Baumhäckel) und Monika Vogl (Christine Reimer). | Bild: BR/Nadya Jakobs

Ihr beide gehört (neben den anderen Landfrauen Gundi und Zenzi) schon lange Zeit zum Lansinger Dorfleben. Wie seid ihr zu "Dahoam is Dahoam" gekommen?

Veronika: Meinen ersten Drehtag als Komparsin hatte ich am 24.11.2009.. Schon davor war ich als Laienschauspielerin im Bauerntheater und in anderen Produktionen als Komparsin tätig. Seit 2009 bis heute habe ich mich mit "Dahoam is Dahoam" weiterentwickelt. 2012 wurde ich zur Landfrau Erika, 2013 Gemeinderätin und seit 2020 bin ich nun stellvertretende Bürgermeisterin.

Manuela: Eigentlich wollte ich nur meine Tochter zu einem Vorsprechen für die Serie begleiten, doch der damalige Produzent bat mich ebenfalls vorzusprechen, weil er mein Bayerisch so schön fand! Und so hatte ich im Februar 2011 meinen Einstieg als Landfrau Gabi.

Was zeichnet eine Lansinger Landfrau aus?

Manuela: Natürlich ist Bayerisch ein Muss. Humor, Hilfsbereitschaft und Neugier sind auch sehr wichtige Eigenschaften, die eine Landfrau mitbringen sollte.

Veronika: Und nicht zu vergessen: "Gschert" muss sie sein (lacht).

Ihr habt in so vielen Folgen mitgespielt! Welche bleiben für euch unvergessen?

Manuela: Ich erinnere mich gern an meinen ersten Drehtag, besonders an die erste Szene, zurück. Obwohl ich keine schauspielerische Erfahrung hatte, gingen faktisch alle davon aus, das ich ein erfahrener Profi bin!

Landfrau Gabi (l., Manuela Baumhäckel) mit Michael Gerstl (Gerd Lohmeyer).

Vor der Werkstatt sollte ich mein Auto betanken. Von der Regie kam das Kommando: "Manuela, bitte." Ich reagierte nicht. Erst als mich eine Kollegin darauf aufmerksam machte, dass dieses Signal den Drehbeginn der Szene bedeutete, verstand ich das Kommando.

Veronika: Unvergesslich bleibt für mich eine Szene mit Gregor, Flori und Mike. Es sollte eine Nacktbadeszene im nahe gelegenen Weiher gedreht werden und die drei sträubten sich mit Händen und Füßen. Das war ein Spaß, zumal wir als Landfrauen auf Anweisung der Regie nahe am Geschehen zum Anspielen sein mussten und von einer Parkbank alles bestens im Visier hatten. Wir saßen sozusagen in erster Reihe und hatten eine riesen Gaudi.

Ein ebenso lustiges Erlebnis war unser Landfrauenausflug. Wir fuhren mit der Pferdekutsche durch einen Schlosspark. Natürlich darf da der Prosecco nicht fehlen, allerdings am Set natürlich alkoholfrei. Doch leider hatte der Prosecco anscheinend das Verfallsdatum schon länger überschritten! Die ganze Kiste, welche die Requisite dabeihatte, war ungenießbar. Jedes Mal, wenn wir uns auf der Kutsche zuprosteten und trinken mussten, haben wir kurz darauf alle gleichzeitig unsere Gläser über die Schulter nach hinten ausgeschüttet und eine neue Flasche wurde geöffnet. 

Veronika, du bist ja nicht nur Landfrau, sondern auch Lansings stellvertretende Bürgermeisterin. Was ist das Besondere daran?

Lansings Landfrauen (v.l.n.r.): Gabi (Manuela Baumhäckel), Zenzi (Christine Franzel), Gundi (Helga Januschkowetz) und Erika (Veronika Geißler).

Es hat sich schon, als ich die Rosi, gespielt von Brigitte Walbun, einmal vertreten durfte, sehr gut angefühlt auf dem Bürgermeisterstuhl zu sitzen. Natürlich ist die Rolle sehr anspruchsvoll, wie im richtigen Leben. Auf dem Land ist man sich sehr nah und in der Regel befreundet oder zumindest steht man in einem nachbarschaftlichen Verhältnis. Die Herausforderung liegt dann sicher darin, Persönliches vom Notwendigen vorurteilsfrei zu trennen.

Was ist charakteristisch für deine Rolle, Manuela?

Die Gabi wird oft belächelt, besonders ihre diversen Männerbekanntschaften sorgen immer wieder für Gesprächsstoff im Dorf. Als alleinerziehende Mutter ist sie sich aber ihrer Verantwortung bewusst und ignoriert das Gerede mit großem Selbstbewusstsein.

Tratsch und Ratsch gehört zum Leben. Ist das auf dem Land nicht störend, dass man kaum Privatsphäre hat?

Veronika: Grundsätzlich ist heute vieles lockerer und toleranter geworden, aber natürlich ist der Dorffunk ein Leitmedium. Man braucht nur einer ausgewählten Person eine Botschaft übermitteln, dann weiß es sicher ganz schnell das ganze Dorf.

Manuela: Sicher ist das Leben auf dem Land etwas konservativer und persönlicher, man kennt sich halt. Gerüchte und Privates machen natürlich schneller die Runde als in der anonymen Großstadt, aber es führt auch zu mehr Verbundenheit und Nächstenliebe.

Was schätzt ihr persönlich besonders am Landleben?

Manuela: Für mich ist Ruhe etwas Wunderbares, in unserer kleinen Seelengemeinde mit 3.500 Einwohner ist die Welt noch in Ordnung. Man kennt sich, interessiert sich füreinander und liebt die Natur.

Veronika: Ich schätze besonders die Herzlichkeit und die Gemeinsamkeit in Dachau und der Umgebung. Als ich vor dreißig Jahren aufs Land zog, hatte ich sofort Anschluss und habe viele Freunde gefunden. Natürlich muss man selbst aktiv werden, sich der Dorfgemeinschaft anschließen und die Sport- und Kulturangebote annehmen.

Auch für die Lansinger Landfrauen hat das Landleben eine große Bedeutung und wir freuen uns auf viele weitere Folgen unserer Serie, denn da fühlen wir uns "dahoam".


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