BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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Interview mit Jonathan Gertis Über seine Rolle als Christian Preissinger bei "Dahoam is Dahoam"

Stand: 19.01.2018

Dahoam is Dahoam: Christian Preissinger (Jonathan Gertis) | Bild: BR/Nadya Jakobs

Woher kam das Interesse an der Schauspielerei?

Ich liebe es, etwas vorzutragen z.B. Gedichte, auch bei Referaten war ich immer der Erste. Das Interesse für Theater und Film hat sich dadurch immer mehr aufgebaut. Im Kino habe ich mich dauernd gefragt, warum ich da nicht mitspiele. Hinzu kommt, dass mein Vater, zu dem ich privat ein extrem gutes Verhältnis habe, mein Interesse zur Schauspielerei sehr bestärkt hat. Das besondere an der Schauspielerei ist für mich, beim Zuschauer Emotionen zu wecken, so dass sie die Figur und die Geschichte verstehen und mitfühlen können: Ich möchte sie mit meinem Spiel berühren!

Was waren deine erste Erfahrungen auf der Bühne oder vor der Kamera?

Ich habe keine klassische Schauspielausbildung, jedoch schon sehr früh mit Laientheater in meinem Heimatort angefangen. Danach spielte ich im englischsprachigen Schultheater. Daraufhin habe ich noch viele Workshops besucht, um mich weiterzubilden. Dann folgten meine ersten Aufträge wie "Aktenzeichen XY", Werbespots, Lehrfilme für  Schulen etc. Als die Anfrage für das “Dahoam is Dahoam“-Casting über meine Agentin kam, dachte ich: "Ok, eine krasse Herausforderung!" Auch die Größe der Rolle war mir nicht sofort bewusst. Vor Ort hatte ich dann Gott sei Dank ein sehr gutes Gefühl - und das "unverkrampfte" war vielleicht genau richtig.

Kannst du dich mit der Rolle des Christian identifizieren?

Im Gegensatz zu meiner Rolle führe ich persönlich glücklicherweise ein sehr intaktes Familienleben. Da meine Mutter ein wichtiger Fixpunkt in meinem Leben ist, kann ich mir gut vorstellen, wie schlimm es sich anfühlt, wenn sie auf einmal nicht mehr da wäre. Christian hat in Lansing durch seinen Internatsaufenthalt keinen großen Freundeskreis mehr, was zusätzlich ein Problem für ihn darstellt. Niemand mag ein Außenseiter sein. Er fühlt sich allein gelassen, verbunden mit dem Gefühl, dass die ganze Welt gegen ihn ist. Auch das konnte ich nachvollziehen.
An der Rolle Christian gefallen mir vor allem die unterschiedlichen Beziehungen und Ebenen z.B. zu seinem Vater, zu seinem Kumpel Joschi und zu Sascha. Diese unterschiedlichen Varianten spielen zu dürfen ist sehr herausfordernd und interessant. Christian dagegen löst seine Probleme oft überhastet und unüberlegt, aber wer möchte es ihm verdenken?

Was macht dir besonders viel Freude bei "Dahoam is Dahoam"?

Besonders spaßig sind für mich - neben den Studio-Drehs - Aufnahmen an unterschiedlichen Plätzen im Außendreh. Ebenso macht mir das Arbeiten an den unterschiedlichen Szenen mit den verschiedenen Kollegen sehr großen Spaß.
Mein Schauspielcoach Hans Kitzbichler ist sehr motivierend und das Team hat mich toll aufgenommen. Ich erinnere mich zum Beispiel noch sehr gut an eine witzige Szene mit Eisi Gulp in der Käserei, in der er mir am Ende der Szene einen wichtigen Satz sagt und dabei seinen Kopf so ruckartig nach vorne schiebt, dass sein Halswirbel geknackt hat. Ich musste mich zusammenreißen, um nicht loszulachen. Aber nach der Szene habe ich ihn gefragt, ob das vorhin sein Halswirbel war, und er meinte darauf lachend: "Ja, ich war selbst erschrocken."

Wie gleichst du deinen stressigen Drehalltag aus?

Ich finde es wichtig, Stress, Frust und Ärger einfach zu entladen. In solchen Situationen fokussiere ich mich dann auf Sport, um mich abzulenken. Fußball, Fitness und Eishockey sind meine Favoriten. Früher bin ich viel Skateboard gefahren, leider reicht die Zeit heute nicht mehr dafür aus. Besonders auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als Tennistrainer macht mir großen Spaß.
Außerdem liebe ich Musik, spiele Gitarre und auf meiner "To do-Liste" steht nun noch Klavier lernen. Auch Lesen (Vorlieben: Kunstgeschichte, Dan Brown, Mythen), Kino (Dramen und Fantasyfilme) und Fotografie gehören zu meinen Hobbys und Leidenschaften.

Christian entwickelt sich in der Serie ja langsam zum bösen Buben! Steine schmeißen war ja bisher nur der Anfang. Was denkst du über diese dramatischen Geschichten?

Das Verhalten der Figur Christian und seine Reaktionen sind von außen vielleicht nicht sofort nachvollziehbar! Allerdings sucht er ein Ventil für seinen Schmerz und seinen Verlust - welches sich aufgrund seines jungen Alters falsch entlädt. Persönlich habe ich solche gravierenden Probleme Gott sei Dank noch nicht erlebt, Gewalt und Drogen sind ein NO-GO!

 Wird Christian immer der böse Bube bleiben?

 Das wird noch nicht verraten!

Magst du uns noch eine paar private Dinge über dich verraten?

Ich habe eine jüngere Schwester und unser Verhältnis ist sehr gut, wir haben viele gemeinsame Interessen, von Fußball bis Lyrik. Sie schreibt ihre Gedanken in Form von Gedichten auf, ich bin eher der extrovertierte, der sie dann präsentiert. Unsere Familie ist sehr tierlieb, leider ist unser Hund vor ein paar Monaten verstorben. Vor kurzem haben wir uns doch noch entschlossen, einen neuen Hund zu kaufen: eine süße Dackel-Labrador-Mischung (7 Monate alt) namens Odie.

Liebe?

Ja! Ich habe seit zwei Jahren eine feste Freundin -  ich bin sehr, sehr glücklich mit ihr!

Urlaub?

Ich reise für mein Leben gerne! Bevorzuge einsame Strände und abgelegene Ferienhäuschen. Früher sind wir oft mit der Familie und dem Hund in den Norden (Skandinavien) gefahren.

Welche Erwartungen hast du für 2018?

Ich freue mich auf mein erstes "Dahoam is Dahoam"-Jahr, in dem ich möglichst viel von meinen netten Kollegen lernen möchte. Wichtig ist mir zur Zeit in erster Linie, einen guten Job zu machen und mich als Schauspieler weiter zu entwickeln.


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