BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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"Dahoam is Dahoam"-Interview mit Fanny Katrin Lux' "Lebenswege"

Als Fanny Lechner (heutige Brunner) gewann Katrin Lux sehr schnell die Herzen der "Dahoam is Dahoam"-Zuschauer. Heute ist Katrin eine gefragte Schauspielerin mit vielen spannenden Perspektiven. Im exklusiven Interview verrät uns die Österreicherin ihre Pläne, was sie an ihrer Rolle mag und was sie jungen Menschen rät, die sich für die Schauspielerei interessieren.

Stand: 28.10.2020

Du bist seit 2013 in der bayerischen Serie "Dahoam is Dahoam" mit dabei, wie kam es zu dieser Rolle?

Mein festes Engagement bei "Dahoam is Dahoam" begann erst 2014 und war davor als Gast verpflichtet. Ich kannte den damaligen Produzenten aus meiner Zeit bei "Marienhof" und bin einfach proaktiv auf ihn zugegangen. Meine Tochter kam damals zur Welt und ich wollte ihr ein schönes Zuhause bieten, ein geregeltes Leben führen und suchte ein sogenanntes festes planbares Engagement im Münchner Raum. Gut zwei Jahre hat es gedauert, bis ich Teil des "Dahoam is Dahoam"-Ensembles wurde.

Was hat sich in den letzten sieben Jahren für dich und deine Rolle verändert?

Für mich privat hat sich mit der Geburt meiner Tochter sehr viel verändert. Ich bin sesshaft geworden, vor der Geburt bin ich gefühlt dreizehn Mal umgezogen. Nun führe ich ein sehr häusliches Leben mit Mann, Kind, Hund und geregelten Arbeitszeiten.

Meine Rolle Fanny hat sich natürlich weiterentwickelt. Der Wirbelwind wurde gebändigt und hat sich in der Brunner-Familie etabliert. Die anfänglichen Reibereien mit der Uri, gespielt von Ursula Erber, haben sich beruhigt. Natürlich war die Theres anfangs nicht so begeistert von der unbefangenen, fröhlichen und etwas lauten Fanny. Sie brachte das so gemütliche Landleben schwer durcheinander. Auch in der Beziehungsfrage war sich Fanny zu Beginn nicht sicher und schwankte zwischen Flori und Gregor - hier musste sich ihr Herz entscheiden. Aber wir alle kennen ja den Ausgang der Herzensfrage und die Wald-Hochzeit mit Gregor, die aus Fanny Lechner eine echte Brunnerin machte, ist bis heute unvergessen.

Was gefällt dir an Fanny, was magst du weniger?

Fanny ist sehr positiv, ein aktiver und quirliger Mensch mit viel Energie. Sie ist offen, manchmal vielleicht etwas lauter als erlaubt, aber immer sehr ehrlich.

Manchmal reagiert sie etwas übertrieben, fast schon hysterisch, was weniger vorteilhaft für sie ist. Sie ist sehr heißblütig und spricht manchmal schneller als sie denkt. Ihr Einsatz ist generell bewundernswert, allerdings gibt es kaum Raum für ihre eigenen Bedürfnisse, und ich finde, sie sollte sich ein bisschen Zeit für sich selbst nehmen.

Bist du im Privatleben der Küche, Kulinarik und dem Genuss ebenso verbunden?

Ich bin selber keine große Köchin, mehr die Genießerin. Genuss beginnt mit dem Einkauf und dafür ist im Alltag leider wenig Zeit. Es muss oft schnell gehen, gerade um die Kinder auch zu versorgen. Wir favorisieren besonders die italienische Küche, Pizza, Pasta und Salat.

Direkt aus meinem Bienenstock im österreichischen Mostviertel liefere ich jedes Jahr 8 Kilo Honig. Meine Heimatverbundenheit habe ich auch in meinem Buch "Mild & Wild" zum Ausdruck gebracht. Darin nehme ich die Leser mit auf eine Genussreise, die Menschen, österreichische Spezialitäten, Handwerk und Natur verbindet.

Was treibt dich an? Wofür engagierst du dich?

Ich muss sagen, dass ich mich nicht mehr antreiben lasse. Druck erzeugt Enge und führt oft zu Frustration. Ein besonnenes Leben ist für mich die Basis für ein glückliches Leben.

Schon seit Jahren unterstütze ich neben den "Sternstunden" die von Bernd Eichinger gegründete Organisation "Artist for Kids". Gerade in dem so wohlhabendem Raum rund um München gibt es doch mehr Kinder in Not als man glaubt. Denen möchte ich helfen und spende Kleidung, Möbel, Schulmaterial, Bücher und vieles mehr. Ich begleite die Jugendtage und erzähle aus meinem Schauspielerleben.

Kannst du jungen Nachwuchsschauspielern ein paar Tipps mit auf den Weg geben?

Jungen Menschen kann ich nur soviel sagen: Wenn du Sicherheit und Kontinuität suchst, dann sei dir bewusst, dass die Schauspielbranche sehr anspruchsvoll ist und dir einiges abverlangt. Wichtig sind Durchhaltevermögen, Mut, Selbstvertrauen, Hoffnung, Beweglichkeit und die Bereitschaft, ständig an sich zu arbeiten. Es ist und bleibt aber mein Traumberuf.

Welchen neuen Herausforderungen warten auf dich und welche Rollen würden dich reizen?

Ich freue mich sehr auf eine Hauptrolle in einem neuen Comedy-Format, dessen Ausstrahlung für Frühjahr/Sommer 2021 im österreichischen Fernsehen zur Hauptsendezeit geplant ist.

Reizvoll wären natürlich auch internationale Engagements, besonders Comedy-Formate wie zum Beispiel die britische Komikergruppe Monty Python, das wäre auch etwas für mich. Ich möchte auf jeden Fall nun wieder mehr wagen und raus aus meiner Komfortzone, Theater spielen und Arthouse-Filme drehen.

Wenn ich zurückblicke, bin ich stolz darauf, dass ich meinen Kindheitstraum verwirklichen konnte und mich bisher schon zwanzig Jahre in der Schauspielbranche über Wasser halten. Als Metzgertochter war das nicht abzusehen und hat mir doch viel Stehvermögen abverlangt. Das Durchhalten hat sich für mich gelohnt, und ich halte es nach wie vor mit dem Motto: "Arbeitszeit ist Lebenszeit."


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