BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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"Dahoam is Dahoam"-Interview mit Werner Rom zum Thema "Altersarmut" "Heute ist es wichtiger denn je, seine Zukunft finanziell abzusichern."

Als Landrat Lorenz Schattenhofer nimmt Werner Rom in der "Dahoam is Dahoam"- Familie eine wichtige Rolle mit hohem sozialen Engagement ein und bezieht im exklusiven Interview Stellung zum Thema "Altersarmut".

Stand: 13.11.2018

Warum nimmt sich "Dahoam is Dahoam" diesem Themas an?

Es ist sehr wichtig, dass wir auch im Rahmen unserer Kultserie das Thema Altersarmut behandeln, um die Bevölkerung in Deutschland zu sensibilisieren und zu mehr sozialem Zusammenhalt zu motivieren. Viele ältere Menschen waren ihr Leben lang fleißig und haben in die Rentenvorsorge eingezahlt. Bei vielen älteren Menschen reicht diese Vorsorge aber nicht mehr aus, sie sind auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen.

Welche Erfahrungen hast du in deiner direkten Umgebung mit Armut/Altersarmut?

Ich habe ein Leben lang immer wieder versucht, auf privater persönlicher Ebene zu helfen. Früher war ein gebrauchter Wintermantel ein sehr willkommenes Geschenk. Heute sind die Ansprüche allerdings höher, es muss dann schon etwas Neues sein. Viele Senioren schämen sich, sind zu stolz und versuchen ihre Armut zu verbergen. Ich versuche im täglichen Leben, unkonventionell und schnell zu helfen. Direkte Spenden, ebenso wie die Unterstützung bei der Antragstellung nützlicher Zuschüsse, sind sehr willkommen und bringen wichtige Soforthilfe.

Du engagierst dich professionell?

Oft haben viele ältere Menschen ein Leben lang gearbeitet und dennoch reicht die Rente nicht für das Nötigste. Dieses Schicksal trifft mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland, ich kann und will nicht wegschauen. Daher bin ich Botschafter eines Münchener Vereins, der sich als erster seiner Art für die Bedürfnisse von Senioren einsetzt. Dabei engagieren wir uns auf zwei Ebenen: als Helfer und als Fürsprecher.

Als Helfer unterstützen wir Bedürftige dauerhaft finanziell - und das schnell, unbürokratisch und sehr persönlich. Hand in Hand mit unseren Spendern und Partnern sorgen wir beispielsweise dafür, dass sich Betroffene endlich ein neues Paar Schuhe, eine neue Matratze oder Lebensmittel leisten können. Dinge also, die für fast alle von uns selbstverständlich sind - und für jeden alten Menschen selbstverständlich sein sollten.

Als Fürsprecher geben wir bedürftigen Senioren eine Stimme, die nicht überhört werden kann. Wir wirken gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zu Lasten alter Menschen entgegen und schaffen Anreize, sich mit uns in diesem Sinne zu engagieren.

Welche persönlichen Erfahrungen hast du mit der Altersvorsorge gemacht?

Viele Jahre habe ich neben der Schauspielerei eine Generalagentur betrieben und natürlich viele Menschen beraten, die richtige Altersabsicherung zu betreiben. Lebensversicherungen haben viele Jahre einen guten Dienst geleistet, allerdings bietet die schlechte Verzinsung heute kaum noch Rendite. Das gilt natürlich grundsätzlich für den gesamten Kapitalmarkt, gerade für die kleinen Sparer hat der sogenannte Negativzins eine dramatische Auswirkung auf die Altersvorsorge. Auch die Gesetzgebung hat immer wieder gute Beratung zunichte gemacht und gerade die Schwächeren und Ärmeren wenig begünstigt.

Welchen Rat zur Vorsorge kannst du Jugendlichen heute geben?

Der Mensch denkt grundsätzlich recht wenig über seine Vorsorge nach. Das gilt natürlich ganz besonders für junge Menschen. Heute ist es wichtiger denn je, seine Zukunft finanziell abzusichern. Die Rente ist heute durch das Umlageprinzip kaum noch aufrechtzuerhalten. Immer mehr Rentner und im Verhältnis dazu weniger Einzahler führen zu einem nicht finanzierbaren Ungleichgewicht. Die Rente ist für die heute Jugendlichen kein Modell mit Zukunft. Die private Vorsorge ist der Schlüssel zur Sicherheit, Eigentum zu schaffen ist sicher die wichtigste Basis.


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