BR Fernsehen - Dahoam is Dahoam


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68er Bewegung bei "Dahoam is Dahoam" Was verbinden die Lansinger mit dieser Zeit?

Rosis strikte Ablehnung des 68er Festivals irritiert nicht nur Kathi – auch Sascha wundert sich über Rosis abweisende Haltung. Die Generation der 68er: Können sich die "Dahoam is Dahoam"-Stars mit der damaligen Zeit identifizieren? Haben die Lansinger selbst Erfahrungen aus der 68er Bewegung?

Stand: 13.04.2018

Rosi springt über ihren Schatten und erzählt Sascha von ihrer 68er Vergangenheit. Von links: Rosi Kirchleitner (Brigitte Walbrun) und Alexander "Sascha" Wagenbauer (Eisi Gulp). | Bild: Marco Orlando Pichler / BR

Christine Reimer bezeichnet die Musik der 68er als legendär

Es ist nicht nachvollziehbar, warum die 68er immer besonders hervorgehoben werden, wahrscheinlich war es die Vorreiterrolle dieser Generation. Deutschland war durch die Geschichte schon sehr eingeschüchtert. Widerspruch gab es viele Jahre nicht, die 68er haben sozusagen den Weg geebnet und auch die nachfolgenden Generationen beeinflusst. Musikalisch natürlich legendär die wunderschöne Version von "No Expectations" mit einem hinreißenden jungen Mick Jagger. Legendär natürlich auch die Protestsongs von Bob Dylan, der zum Sprachrohr der Studenten wurde.

Bernhard Ulrich ist begeistert von der 68er Musik

Als kleiner Junge konnte ich die Zeit nicht aktiv erleben, für mich ist aber diese Bewegung nur positiv in Erinnerung geblieben. Heute sind die 68er mit einem Mythos besetzt. Ich verbinde natürlich besonders die großartige Musik mit dieser Generation, Woodstock war dann das absolute Highlight, das mit Abstand bedeutendste Festival seiner Zeit. Das Motto "3 Days of Peace & Music" erreichte die ganze Welt. Insgesamt erstaunt mich heute, dass die Musik dieser Zeit viele Generationen begeisterte und sogar heute noch gerne gehört wird - mein Favorit: die Beatles mit "Sergeant Pepper".

Hermann Giefer erlebte die 68er Bewegung hautnah

Als junger Mann, Anfang der 60er Jahre, habe ich die 68er Bewegung hautnah miterlebt, allerdings ging es bei uns daheim in einer sehr ländlichen Gemeinde doch ruhig zu, die Demos und Krawalle konzentrierten sich auf die Metropolen. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen friedlich vereinten. Bürgerrechtler, Feministinnen, Studenten und Musiker waren dabei, genauso wie Avantgarde und Freaks von überall her. Die Themen sind durchaus heute noch relevant, es ging um Geschlechterrollen, globale Verantwortung, Meinungsfreiheit und Umweltschutz.

Andreas Geiss ist fasziniert von den 68er Ikonen

Ich habe die 68er Bewegung in sehr positiver Erinnerung. Im Wesentlichen ging es um den Kampf gegen das Establishment, die großen Parteien wurden in Frage gestellt. Das sehr konservative und prüde Deutschland wurde von den Protestbewegungen mit sehr viel Argwohn betrachtet. Es war auch eine Bewegung gegen das Spießertum. Besonders prägend war natürlich die Musik dieser Zeit. Für mich herausragende Musiker vor allem "The Who", "The Doors", Janis Joplin und natürlich Jimi Hendrix. Das waren echte "Heroes" dieser Zeit. Diese Musiker wurden zu Ikonen dieser Generation und waren das Sinnbild für Freiheit.


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