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Stubaier Gletscherrunde Über die Nürnberger Hütte auf den Wilden Freiger

Der Rückgang der Gletscher hat auch in den Stubaier Alpen Spuren hinterlassen. Wege und Übergänge haben sich teilweise verändert. An manchen Stellen kann man jetzt auf eine Gletscherausrüstung verzichten. Stefan Herbke war auf der Stubaier Grenzrunde unterwegs.

Stand: 19.07.2017 | Archiv

Stubaier Grenzrunde | Bild: BR/Stefan Herbke

Anfahrt mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln

Auto: Über Innsbruck auf die Brennerautobahn zur Ausfahrt Stubai. Durch das Tal über Neustift Richtung Stubaier Gletscher zum Parkplatz Nürnberger Hütte.

Öffentlich: Mit dem Zug nach Innsbruck, mit dem Bus (Linie 590) zur Haltestelle Nürnberger Hütte.

Die Route:

Auf dem gut markierten und ausgeschilderten Weg über die bewirtschaftete Bsuchalm zur Nürnberger Hütte (2.278 Meter). Dort folgt man anfangs dem Anstieg zum Wilden Freiger, bis einen ein roter, auf einen großen Felsblock gepinselter Schriftzug (F.See, Rotgrat) mit Pfeil hinüber leitet zum traumhaft gelegenen Freigersee.

An diesem rechts vorbei und über einen schwach ausgeprägten Moränenrücken hinauf. Weiter auf einer ehemaligen Mittelmöräne gut markiert in das Tälchen unter der Freigerscharte. Über Schneefelder taleinwärts und unter der Scharte links haltend hinauf in die mit einer großen Stange markierte Rotgratscharte (3.012 Meter), die sich östlich des Gipfels "Roter Grat" (3.098 Meter) befindet.

Auf der anderen Seite über leichte Felsen Richtung Hangender Ferner, dann die Gaiswandspitze westseitig queren und den Markierungen folgend über die Felsrücken hinunter auf den von der Teplitzer Hütte kommenden Weg zum Becherhaus (3.191 Meter). Auf diesem teilweise gesicherten Steig ohne Orientierungsprobleme zu der traumhaft gelegenen Hütte.

Vom Becherhaus über den Signalgipfel zum Freiger

Vom Becherhaus kurzer Abstieg über den zum Wilden Freiger ziehenden Grat („Sissitreppe“, Drahtseil) und auf diesem teils gesichert hinauf zum Signalgipfel (3.392 Meter). Entlang des Kammes über Geröll, Blockwerk und Schnee, zuletzt etwas exponiert, auf den Wilden Freiger (3.418 Meter).

Abstieg zu einer ehemaligen Zollhütte und entlang des Nordostrückens über Geröll, später Schnee, bis der Grat schmaler wird und man eine steile Felsstufe besser rechts umgeht. Dann wieder auf dem Grat weiter und schließlich über einen Felsrücken vor der Schneemulde unter dem Gamsspitzl rechts hinunter, bis man flach in die Mulde queren kann. Nach einem kurzen Gegenanstieg weiter in die Seescharte (2.762 Meter). Hier entweder weiter zur Nürnberger Hütte und auf dem Anstiegsweg bergab oder links zur Sulzenauhütte und über die Sulzaualm und auf dem WildeWasserWeg zur Grawaalm bzw. zum etwas oberhalb gelegenen Parkplatz (Bushaltestelle) der Sulzenauhütte.

Allgemeine Infos

Stützpunkt:
Nürnberger Hütte, 2278 Meter: Bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Oktober, Tel. 0043/664/4032188, www.dav-nuernberg.de/nh
Becherhaus, 3191 Meter: Bewirtschaftet von Juli bis Ende September, Tel. 0039/3486005734, www.becherhaus.com/

Charakter: Einsame Runde auf gut markierten, wenn auch alpinen Steigen, die zwingend Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Der Anstieg zum Becherhaus und auf den Wilden Freiger ist teilweise mit Drahtseilen gesichert.

Gehzeiten: Stubai – Nürnberger Hütte 2.30 Std., Nürnberger Hütte – Rotgratscharte – Becherhaus 5.30–6 Std.; Becherhaus – Wilder Freiger – Grawaalm 5.30–6 Std.

Führer: Walter Klier: Alpenvereinsführer Stubaier Alpen alpin, Bergverlag Rother, 14. Aufl. 2013.

Karten: Alpenvereinskarte, Blatt 31/1, Hochstubai (1:25.000). In der neuesten Ausgabe ist der Weg über die Rotgratscharte eingezeichnet.


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