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Rai Triest Balkan zur römischen Kaiserzeit

Serbien, im Wesentlichen das römische Illyrien, hatte seine Blütezeit unter den Römern in der Spätantike: selbst Kaiser kamen von hier.

Von: Tiziana Toglia

Stand: 13.05.2018 | Archiv

Archäologen mit Büste | Bild: BR

Cristiano Tiussi

"Schätze und Kaiser. Die Pracht des römischen Serbiens wird in überaus bedeutenden Ausstellungsobjekten sichtbar, die aus dem Serbien der Römerzeit stammen. Sie kommen aus dem Nationalmuseum in Belgrad und aus anderen serbischen Museen und zeigen, dass Serbien zur Römerzeit ein wichtiges Zentrum des Imperiums war." Cristiano Tiussi, Direktor Fondazione Aquileia, Archäologe

"Der erste Teil beleuchtet ein wesentliches landschaftliches Element der Geschichte: die Donau. Der Fluss war eine optimale Grenze, die das Römische Reich von den Ländern der sogenannten barbarischen Völker trennte. Die Donau prägt auch heute noch die Landschaft Serbiens sehr stark. In einer multimedialen Installation wollen wir den Besuchern eine Vorstellung von der damaligen Situation vermitteln. Das Territorium des heutigen Serbien war zum Großteil jenes Land, das die Römer Illyrien nannten, praktisch alles, was heute dem Begriff Balkan entspricht." Cristiano Tiussi, Direktor Fondazione Aquileia, Archäologe

Monica Verzar

"Diese Ausstellungsstücke, vor allem die aus dem Nationalmuseum in Belgrad und aus anderen serbischen Museen sind äußerst wertvoll, vor allem die Darstellungen der Vier Kaiser. Die erste Skulptur in Bronze wird Vater des Trajan genannt, der allerdings nicht Kaiser war und auch nicht Trajan hieß." Monica Verzar, Dozentin für griechische und römische Geschichte, Universität Triest

"Serbien wurde von den Römern erobert und war ein Grenzland, in dem die römische Militärpräsenz sehr wichtig war. Das zeigen Fundstücke, wie zum Beispiel diese wunderschönen Masken, die Paradehelme römischer Staatsbeamter oder von Reservisten waren. Ein einzigartiges Dokument, das die Ableistung des Wehrdienstes bestätigt. Der Kaiser konnte Soldaten, die mehr als 25 Jahre gedient hatten, die römische Staatsbürgerschaft zuerkennen. Die beste Zeit für das serbische Territorium war die Spätantike, die Phase der Vier-Kaiser-Herrschaft unter Diokletian am Beginn des vierten Jahrhunderts; die meisten der vier Mitkaiser kamen nämlich aus diesem Gebiet. Kaiser Galerius stammte aus einem kleinen Ort in der Nähe von Felix Romuliana im heutigen Ostserbien, wo er sich einen prächtigen Palast errichten ließ. Vom Galeriuspalast stammen diese Stücke und die weltbekannte Statue des Galerius aus Porphyr. Alle Skulpturen, die mit dem kaiserlichen Hof zusammenhingen, wurden aus Porphyr gefertigt. In Serbien findet man einige der wichtigsten Kunstwerke aus der Zeit Kaiser Konstantins, so auch die Büste des Kaisers. Diese Bronzeskulptur gilt als ein Hauptwerk der Spätantike. Am Schluss kommen wir zu den vergoldeten Bronzehelmen aus Berkasovo und Jarak in Nordserbien. Sie sind Arbeiten der spätantiken Goldschmiedekunst von höchster Qualität." Luca Villa, Archäologe


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