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Zigaretten und das Leben als Raucher Was passiert beim Rauchen der ersten Zigarette?

Was passiert im Körper beim Rauchen einer Zigarette? Wie wirkt sich das Nikotin im Körper aus und warum ist eigentlich das körpereigene Belohnungssystem "schuld" an der Sucht?

Stand: 31.01.2019

Zigaretten | Bild: pa / Geisler-Fotopress

Beim Rauchen der ersten Zigarette wehrt sich der Körper gegen das Nikotin. Das ist ganz natürlich, Nikotin ist ein starkes Gift. 1000 Milligramm sind tödlich. Im Rauch einer Zigarette sind jedoch nur 1 bis 2 Milligramm enthalten. Beim Rauchen der ersten Zigarette wird einem oft übel, man bekommt Kopfschmerzen, Magenprobleme oder Husten. Raucht man weiter, gewöhnt sich der Körper an das Nikotin. Die Beschwerden verschwinden. Der Raucher spürt eine angenehme Wirkung. Er möchte auf diese Wirkung nicht mehr verzichten. Das ist der Beginn der Abhängigkeit.

Warum macht das Rauchen krank?

Ein Raucher atmet mit einer Zigarette über 4000 verschiedene Stoffe ein. Einige dieser Stoffe schädigen Ihre Gesundheit. Teer schädigt die Lunge und die Bronchien und kann zu Krebs führen. Kohlenmonoxid ist ein giftiges Gas. Es verdrängt den Sauerstoff aus dem Blut und verursacht Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Das Nikotin selber ist in der geringen Menge nicht so gefährlich.

Warum rauchen so viele Menschen?

Im Gehirn gibt es ein Belohnungszentrum. Und genau dieses Zentrum wird beim Rauchen aktiv. Die Folge: Wir fühlen uns wohl. Wir sind zufrieden. Wir genießen. Wir freuen uns. Das ist auch bei anderen Drogen wie Alkohol, Cannabis und Heroin so. Aber, Nikotin ist besonders beliebt. Warum?

Drei Gründe für die Beliebtheit der Zigarette:

- Das Nikotin wirkt sehr schnell

- Das Nikotin wirkt individuell

- Das Nikotin wirkt nur kurz und leicht

Schnelle Wirkung Das Nikotin kommt zuerst in die Lunge. Von dort geht es in das Blut und schnell weiter ins Gehirn. In nur 7 bis 10 Sekunden ist das Nikotin im Belohnungszentrum. Schneller wirkt keine andere Droge.

Individuelle Wirkung Die Zigarette kann anregen. Sie kann aber auch beruhigen. Sie hilft, Angst zu verringern oder Stress besser auszuhalten. Man hat weniger Hunger, fühlt sich leistungsfähiger und hat eine bessere Stimmung. Die Zigarette hilft dem Raucher, sich besser zu fühlen. Die Zigarette ist ein treuer Freund.

Kurze leichte Wirkung Das Nikotin gibt einen leichten Kick und stört nicht unsere Tätigkeiten. Das Nikotin verlässt den Körper recht schnell. Nach etwa 60 Minuten hört die Wirkung auf. Mit einer neuen Zigarette bekommt man genau das wieder, was man gerade braucht.

Wie wirkt das Nikotin auf den Körper

- Das Herz schlägt schneller
- Die Blutgefäße ziehen sich zusammen
- Der Blutdruck steigt
- Das Stresshormon Adrenalin wird ausgeschüttet
- Der Stoffwechsel wird angeregt
- Energie wird bereitgestellt

Warum ist es so schwer aufzuhören?

Rauchen ist schädlich. Das wissen alle Raucher. Trotzdem fällt es ihnen schwer aufzuhören. Der Grund dafür ist die Sucht. Wer mehrere Jahre täglich geraucht hat, ist süchtig. Er kann nicht mehr selber entscheiden, ob er eine rauchen will oder nicht. Er raucht, wenn es ihm gut geht. Er raucht, wenn es ihm schlecht geht. Die Sucht ist eine Gier. Etwas im Raucher sagt: Ich will eine Zigarette haben – und zwar jetzt, sofort! Die Gier ist stärker als der Verstand oder ein guter Vorsatz. Der Raucher ist abhängig von der Zigarette. Die Zigarette kontrolliert ihn. Warum lohnt es sich aufzuhören? Aufzuhören bringt Ihnen viele Vorteile. In dem Rauchfrei Kurs beschäftigen Sie sich mit diesen Vorteilen. Für jeden Raucher sind andere Vorteile wichtig. Aber aus gesundheitlichen Gründen lohnt es sich für jeden aufzuhören. Dafür ist es nie zu spät. Ihre Gesundheit profitiert auf jeden Fall. Das können Sie sehr schnell selbst spüren.

Quelle: IFT Gesundheitsförderung Gesellschaft mbH München


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