BR Fernsehen

Eine einfache Geschichte

Eine einfache Geschichte | Bild: BR ARD Degeto

Nacht auf Montag, 28.05.2012
00:35 bis 02:20 Uhr

BR Fernsehen
Frankreich/Deutschland 1978

Die fast 40-jährige Marie ist geschieden und hat einen 16-jährigen Sohn, der bei ihr lebt. Von ihrem neuen Freund Serge erwartet sie ein Kind. Doch beide haben sich so sehr voneinander entfremdet, dass Marie sich entscheidet, das Kind ohne sein Wissen abzutreiben. Bei einem gemeinsamen Treffen in einem Café erkennen beide, dass ihre Beziehung keine Zukunft hat. Nachdem Marie bei einem Landausflug ein wenig Abstand gewonnen hat, beginnt sie sich wieder mit ihrem Ex-Mann Georges zu treffen. Bald sind beide wieder ein Paar und Marie wird erneut schwanger. Diesmal entscheidet sie sich für das Kind, auch wenn sie nicht weiß, ob es eine gemeinsame Zukunft mit Georges geben kann. Am Ende ihrer "einfachen Geschichte" charakterisiert Marie ihre Situation so: "Ich muss manchmal über mich selbst lachen. Es gelingt mir einfach nicht, ein Kind und einen Mann zugleich zu haben. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger macht es mir etwas aus. ... Ich sag das so, dabei weiß ich, wie schwerwiegend es ist, ein Kind zu haben - für das Kind und für mich. Wenn ich sage, ich behalte es, dann muss ich mich fragen, ob es nicht das Kind ist, das mich ertragen muss. Ich weiß doch selbst nicht, wie ich mein Leben leben soll - ich schlage mich so schlecht und recht durch ..."

Wie schon in seinen vorangegangenen Filmen beschreibt Claude Sautet mit lakonischem Blick die psychischen und emotionalen Höhen und Tiefen, die Menschen mittleren Alters erleben und durchleiden müssen - Bindungen und Krisen als unabdingbaren Teil des Lebens. Mit Romy Schneider inszenierte Sautet insgesamt fünf Filme, "Eine einfache Geschichte" war ihre letzte gemeinsame Arbeit, und hier stand ganz Schneiders Figur im Zentrum: "In allen Filmen, die ich bis jetzt gemacht habe, wurde die Frau immer objektiv mit den Augen des Mannes gesehen. Ich hatte die Absicht, es diesmal anders zu machen. ... inspiriert zum großen Teil durch den wahren Charakter Romy Schneiders, mit dieser Sprödigkeit, die mich immer frappiert hat, dieser Art von Stolz im Alltäglichen, dieser Würde, die sie auf eine ganz persönliche Art und Weise zeigt. Alles wird bei ihr von innen heraus zum Ausdruck gebracht" . Für ihr intensives Spiel erhielt Schneider 1979 ihren zweiten César. Sautets Melodram wurde 1980 zudem für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert.

Besetzung

Rolle: Darsteller/Darstellerinnen:
Marie Romy Schneider
Serge Claude Brasseur
Georges Bruno Cremer
Françoise Vera Schroeder
Patrick Peter Semler
Francine Francine Berge
Esther Sophie Daumier
Anna Eva Darlan
Jérôme Roger Pigaut

Regie: Claude Sautet
Redaktion: Walter Greifenstein