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DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND 17. Jahrhundert: Ingolstadt

Kirche der Marianischen Kongregation in Ingolstadt. | Bild: BR/Daniel Ritter

Montag, 26.11.2012
22:30 bis 23:15 Uhr

  • Untertitel

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Folge 7

Ingolstadt ist nicht nur seit 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, sondern auch eine Bastion des Glaubens. Von Ingolstadt aus entwickelt sich binnen weniger Jahrzehnte der Wandel Bayerns zum konfessionell geprägten Staat und zu einem der modernsten Territorien Europas. In Ingolstadt wird das neue öffentliche Recht gelehrt. Die hier ausgebildeten Beamten realisieren die Neuordnung des Finanzwesens und die tief greifenden Reformen in der Verwaltung nach dem Willen des Kurfürsten. Ihr Korpsgeist erleichtert es, die Anordnungen rascher umzusetzen - ein gut funktionierender Verwaltungsapparat. Die Jesuiten beleben nicht nur das spirituelle Leben in den Pfarreien neu, unter ihnen sind auch die bedeutendsten Wissenschaftler der Zeit. Adam Tanner (1572-1632) ist Theologe, Naturforscher, Philosoph und Astronom. Theologe und gleichzeitig Naturforscher zu sein, ist für ihn kein Widerspruch, denn die Erforschung der Welt ist ein Weg zu Gott: So erforscht Tanner Pflanzen, Tiere und fossile Funde im Dienste der Wissenschaft. Seit 1618 tobt der Dreißigjährige Krieg in Europa, in dem Ingolstadt als schwer umkämpfte, aber uneinnehmbare bayerische Landesfestung eine bedeutende Rolle zukommt. Nach ihrer Bewährungsprobe im 16. Jahrhundert lässt Maximilian I. angesichts des Einmarsches der Schweden 1632 die Festung ausbauen. Tatsächlich hält die Festung Ingolstadt auch der Belagerung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf stand und ist in der zweiten Hälfte des Krieges Zufluchtsort für unzählige Menschen. 1651 wird der sterbende Kurfürst Maximilian nach seinem Wunsch in die Stadt gebracht. Fast scheint es, als wollte er dadurch ein Zeichen setzen, was ihm das Wichtigste ist und wofür Ingolstadt in seinen Augen steht: Glaube und Recht - und die Macht beides zu beschützen.

"DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND" erzählt die Geschichte des Landes nicht aus dynastischer Perspektive, sondern stellt Prozesse, Impulse, Zäsuren und Sprünge in den Vordergrund. Diese werden dokumentarisch und szenisch jeweils an einem Ort dargestellt, der exemplarisch für sie und für ein Jahrhundert steht

Regie: Tilman Wolff
Redaktion: Astrid Harms-Limmer

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1.000 Jahre Geschichte Bayerns in zehn Folgen