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Länder-Menschen-Abenteuer Die Scilly Inseln - Englands unbekannte Schönheit

Die zweitgrößte Insel der Scillies, Tresco, ist alljährlich Schauplatz des großen Insel-Triathlons. | Bild: BR/Mineworks Film/NDR

Mittwoch, 10.03.2021
10:35 bis 11:20 Uhr

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Deutschland 2016

Die Isles of Scilly liegen vor der Küste von Cornwall. Die westlichste Spitze Englands, Land‘s End, ist nur 45 Kilometer entfernt. Bei schönem Wetter leuchten weiße Sandstrände vor azurblauem Meer, bei Sturm peitschen die Wellen gnadenlos gegen die etwa 140 winzigen Inseln, von denen keine breiter als fünf Kilometer ist. Nur sechs von ihnen sind mit etwa 2.260 Einwohnern bewohnt. Hier gibt es die kleineste Molkerei Englands mit eigener Eiscremefabrik, die kleinste Fußball-Liga des Königreiches mit sage und schreibe zwei Mannschaften und ein für englische Verhältnisse sehr untypisches, sonniges Klima. Die Insulaner kennen die Tücken des Ozeans. In der Vergangenheit zerschellten rund 800 Schiffe an den Klippen vor den Scillies. Der Meeresgrund mit seinen Wracks und seinen vielen ungeklärten Geheimnissen ist ein Eldorado für Taucher und Archäologen. Die erfahrenen Archäologen der Arqueonautas Foundation haben sich vorgenommen, eines dieser Geheimnisse zu lüften: Mit Hightechausrüstung und großem Wagemut wollen sie ein jahrhundertealtes Rätsel um die größte Schiffskatastrophe in der Geschichte der englischen Marine lösen.
In einem Punkt sind die Bewohner der Scilly Islands besonders britisch: Sie sind sportverrückt. Ständig treten sie gegeneinander an, nicht nur in der kleinsten Fußball-Liga, sondern auch bei den großen Inselregatten mit traditionellen Gigboats. Das sind Ruderboote mit einer über 200-jährigen Tradition, die momentan in vielen Teilen der Welt als Sportgerät wieder entdeckt werden. Aber die Menschen begeistern sich auch beim alljährlichen Triathlon, bei dem selbstverständlich durchs Meer geschwommen werden muss. Die früher „Ennor“ genannten Isles of Scilly haben ihren jetzigen Namen durch die Verbindung von Sunny Isles (Sonnige Inseln) bekommen. Dies könnte passender nicht sein, denn die Nähe zum Golfstrom verhilft den Inseln zu einem sehr milden Klima mit einer Temperaturschwankung von nur neun Grad im Jahr. Die vielen exotischen Pflanzen, die auf den Inseln gedeihen, hätte man nicht unbedingt erwartet. Ihre Existenz verdanken sie dem Tresco Abbey Garden, den Augustus Smith 1835 anlegen ließ. Mit über 20.000 Pflanzen ist er das Highlight für jeden Blumenliebhaber. Auch für Tiere sind die Inseln ein wichtiger Rückzugsort, vor allem für viele Seevogelarten. Die Menschen des Seabird Recovery Projects kämpfen für die Vögel und gegen eingewanderte Feinde: Ratten werden mit englischem Käse in die Falle gelockt.

Autor: Hanno Gerken, Frank Mirbach
Redaktion: Sarah Vogl