BR Fernsehen

Gernstl unterwegs an der Donau Von Niederbayern bis in die Wachau

Samstag, 26.12.2020
18:45 bis 19:30 Uhr

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  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

BR Fernsehen
Deutschland, Osterreich 2020

Die filmische Entdeckungsreise geht weiter: Nach 600 Kilometern entlang der Donau sind Reporter Franz Gernstl, Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz in Passau angekommen. In der Dreiflüssestadt münden Inn und Ilz in die Donau und machen aus dem einst gemächlichen Flüsschen aus dem Schwarzwald einen ernstzunehmenden Strom, der weiter nach Österreich fließt.

In der Ortschaft Wesenufer stehen auf einer Anhöhe über der Donau wilde Tiere und angsteinflößende Gesellen – allesamt aus Schrott zusammengeschweißt von einem Ehepaar aus Tirol. Für Annemarie und Günther Fahrner war die Donau immer schon ein Sehnsuchtsort. "Wegen ihrer mystischen Kraft, ihrem beständigen Dahinfließen. Das zwingt einen zum Loslassen." Das gefällt auch Nachbarin Lisa. Sie hat die Scheu vor der Nacktheit losgelassen. Nur mit ein bisschen Farbe bekleidet posiert sie mit den groben Gestalten fürs Fotoshooting.

Ein Stück weiter, an der malerischen Schlögener Schlinge, trifft das Team den Sozialarbeiter Gerhard Hinterberger. Er kann sogar dem Klimawandel etwas abgewinnen, weil er beobachtet, dass die Fichten absterben und die schöneren Laubbäume nachwachsen. "Wandel ist doch was Schönes, den haben wir doch alle irgendwie gern."

Franz Gernstl und seinTeam reisen weiter an der Donau entlang nach Osten und landen in Linz. Im einst tristen Industriehafen bewundern sie die größte Freiluftgalerie Europas. Die internationale Elite der Sprayer hat sich hier ein Stelldichein gegeben und 300 überdimensionale Graffitis geschaffen.

Am Stadtrand von Linz, im Ortsteil Pichling, gibt es ein Cowboy-Museum, in dem man von einem 75-jährigen Cowgirl mit einem herzlichen "Howdy!" und manchmal sogar mit einem kleinen Whisky begrüßt wird. Fünftausend wertvolle Exponate aus dem Wilden Westen hat das Ehepaar Ratzenböck zusammengetragen. Seit ihr Ehemann Fatsy gestorben ist, betreibt Ilse das Museum allein: "Zur Erinnerung an meine große Liebe."

Nächste Station ist Melk an der Donau, das Tor zur Wachau. Hier entdeckt Gernstl eine kulinarische Novität: den "Wachauer Buam" – eine mehrstöckige Torte, die gefüllt wird mit Eiaufstrich, Liptauer, Sardellenpaste, Gurkerl, Schweinebraten, Pfefferoni, Frischkäse und, und, und … So abwegig dieses überkandidelte Sandwich klingen mag: "Ungewöhnlich, aber schmackhaft", urteilt Gernstl nach dem Selbsttest.

30 Kilometer donauabwärts mitten in der Wachau liegt das Weingut Fischer. Hier ist der "Huchen-Peppi" daheim. Josef Fischer kümmert sich um den Fortbestand der selten gewordenen Huchen. Schon aus eigenem Interesse, weil er die imposanten "Donaulachse" gern isst. Der pensionierte Winzer ist ein zufriedener Mensch. Das liegt sicherlich an seiner stattlichen Zusatz-Rente von 365 Flaschen Wein pro Jahr, die er von seinem Sohn erhält, aber auch an dem Ort, an dem er lebt: "Die Donau ist ein wunderbarer, ein mächtiger Fluss. Ich freu mich jeden Tag, dass ich hier daheim bin."

Autor: Franz Xaver Gernstl
Redaktion: Ulrich Gambke

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Franz Xaver Gernstl und sein Team, Kameramann Hans Peter Fischer und Tonmann Stefan Ravasz, muss man nicht mehr vorstellen - sie sind über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt, für ihre feinen und eigenwilligen Reisereportagen.