BR Fernsehen

Unbekanntes Afrika Savanne

Ein Paar Schuhschnäbel - Über einen Meter groß werden die Vögel, die wie lebende Fossilien anmuten. Die Filmcrew brauchte 6 Monate Recherche, und eine Woche vor Ort, um sich durch den Sumpf bis zu den seltenen Vögeln durchzuschlagen.
| Bild: BR/WDR/Alex Lanchester

Donnerstag, 02.04.2020
10:25 bis 11:10 Uhr

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BR Fernsehen
Deutschland 2013

Der zweite Teil der Afrika-Reihe führt in die Savanne, einem der reichhaltigsten Lebensräume der Erde. Wer kennt schon die Geschichte der Siedleragamen, eidechsenähnlichen Tieren, die auf die Gnus warten – nur, um deren mitreisende Fliegen zu fangen?

Unberechenbar zeigt sich die Savanne jedes Jahr aufs Neue. Dürre wechselt mit Flut, Mangel mit Fülle. Eine der dramatischsten Veränderungen wird durch Brände ausgelöst. Mehr als zwei Drittel der Fläche Deutschlands gehen in Afrika alljährlich in Flammen auf. Doch einige Tiere nutzen die Katastrophe für sich: Drongos, Blauracken und andere Vögel lavieren sich geschickt durch die Flammen und fangen flüchtende Insekten.

So verheerend die Brände auch sind – ohne sie hätte das Grasland kaum eine Chance, sich zu regenerieren. Dürren bedeuten weit größere Katastrophen für das Land und seine Tiere. Ein Kamerateam begleitete eine Elefantenfamilie am Fuße des Kilimandscharo auf ihrer verzweifelten Suche nach Nahrung, nachdem die Regenfälle bereits das dritte Jahr ausgeblieben waren. Hilflos muss eine Elefantenmutter zuschauen, wie ihr Kalb völlig entkräftet seinen letzten Atemzug tut. Die Herde verlor all ihre Kälber in diesem Jahr.

Dringend wartet auch eine Kronenadler-Mutter in einem kleinen Sumpfwald am Rande der Savanne. Nur, wenn es pünktlich regnet, kann sie ihr hungriges Küken versorgen. Dann werden Abertausende Flughunde aus dem fernen Regenwald des Kongo kommen, um die nun reifenden Früchte zu fressen.

Auch in dieser Folge haben sich die Macher ihrer Aufgabe, hauptsächlich bislang Unbekanntes zu drehen, erfolgreich gestellt und scheuten dabei weder Zeit noch Mühe. Zweieinhalb Monate suchten sie etwa nach einem Schuhschnabel am Nest – und schlugen sich fast eine Woche lang durch die Sümpfe von Bangweulu, um die Tiere zu filmen.

Autor: Simon Blakeney
Redaktion: Sabine Eschenweck