BR Fernsehen

Dokumentarfilm Verbotene Filme

Archiv der verbotenen Filme | Bild: rbb/BR

Mittwoch, 29.01.2020
22:45 bis 23:30 Uhr

BR Fernsehen
Deutschland 2014

Mehr als 1.000 Spielfilme wurden in Deutschland während der NS-Zeit produziert, über 40 Filme davon sind bis heute nur unter Auflagen zugänglich, sogenannte "Vorbehaltsfilme". Volksverhetzend, kriegsverherrlichend, antisemitisch und rassistisch – so lauten die Begründungen, warum die Filme für die Öffentlichkeit nicht frei zugänglich sind. Urheberrecht und Jugendschutz sind dabei die juristischen Hebel, denn das deutsche Grundgesetz erlaubt keine Zensur.

Der Umgang mit diesen Filmen ist umstritten: bewahren oder entsorgen, freigeben oder verbieten? In "Verbotene Filme" stellt Regisseur Felix Moeller die Nazifilme aus dem Giftschrank vor und macht sich auf die Suche nach ihrem Mythos, ihrem Publikum und ihrer Wirkung heute – in Deutschland wie im Ausland. Eine Reise zur dunklen Seite des Kinos.

Über die Brisanz der Propagandafilme des Dritten Reichs und eines angemessenen Umgangs damit geben Auskunft u. a. Oskar Roehler, Moshe Zimmermann, Rainer Rother, Margarethe von Trotta, Jörg Jannings, Sonja M. Schultz, Götz Aly sowie Aussteiger aus der Nazi-Szene und Überlebende der Shoah.

Felix Moeller, dessen vielschichtiges Familienporträt "Harlan - Im Schatten von Jud Süß" bereits das komplexe Nachwirken des NS-Filmerbes bis heute beleuchtete, zeigt, wie die "Vorbehaltsfilme" auf ein heutiges Publikum treffen und wie sie diskutiert werden.

Regie: Felix Moeller
Redaktion: Walter Greifenstein