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Länder-Menschen-Abenteuer | Reise-Doku Kuba - Eine Insel im Wandel

Der beste Tabak der Welt – im Valle de Viñales geerntet wie vor 100 Jahren. | Bild: BR/Medienkontor/NDR/Stefan Richts

Mittwoch, 04.12.2019
11:10 bis 11:55 Uhr

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Deutschland 2016

Im Dezember 2014 kündigte der damalige US-Präsident Barack Obama eine Neuordnung der Beziehungen zu Kuba an. Seitdem hat sich auf der sozialistischen Karibikinsel viel verändert. Mehr als drei Millionen Touristen wollten 2016 Kuba besuchen. Kubanische Künstler sind international gefragt wie nie. Und kubanische Baseballspieler dürfen legal im Ausland Profiverträge unterschreiben. Im Land selbst öffnen sich immer mehr Branchen der Privatwirtschaft.
Für viele der rund elf Millionen Kubaner waren und sind mit der Öffnung des Landes große Hoffnungen, aber auch Ängste verbunden. Denn vielen Kubanern geht es wirtschaftlich heute nicht besser als vor der zaghaften Öffnung des Landes. Vom Benzin bis zum frischen Fisch, viele Produkte sind immer noch Mangelware für die normale Bevölkerung. Und viele Menschen haben Angst, dass sich die Insel vom sozialistischen in ein kapitalistisches Eiland nach US-amerikanischem Vorbild entwickeln könnte.
Filmautor Stefan Richts zeigt Kubaner, wie sie den Wandel erleben und welche Hoffnungen sie damit verbinden. Während die 15-jährige Patricia Hernández in dem Ort Hershey von einer beruflichen Zukunft in der Tourismus-Branche träumt, möchte der 14-jährige Javier Martin Baseballprofi werden. Sein Ziel ist es, in Zukunft in der besten Liga der Welt, der Major League, Baseball zu spielen, wenn die USA das Kuba-Embargo einmal aufheben sollten.
Der Fotograf Arien Chang Castán stellt seine Reportagefotografien mittlerweile in Europa und den USA aus. In Kuba verdient der 38-Jährige sein Geld mit Fotokursen für amerikanische Kulturreisende. Der Filmautor begleitet Arien Chang Castán auf eine Reise in das größte Feuchtgebiet der Karibik, die Ciénaga de Zapata, wo er Holzköhler bei ihrer Arbeit fotografieren möchte. Seine durchaus sozialkritischen Reportagen werden von den Behörden kritisch beäugt.
Pedrito Fornariz ist einer der bekanntesten Lochkarten-Drehorgelspieler Kubas. Der 78-Jährige aus dem entlegenen Südosten der Insel hält eine musikalische Tradition am Leben, die langsam, aber sicher von den neuen Techniktrends verdrängt wird. Das Filmteam begleitet Pedrito und seine Band zu einem Auftritt in der kubanischen Provinz.
Selbst in der staatlichen Tabakindustrie sind erste Anzeichen einer Öffnung zu beobachten. Die Vorleserin Odalis Lara, die in der Tabakfabrik La Corona den Arbeiterinnen und Arbeitern Nachrichten, sozialistische Parolen und Literatur vorträgt, darf inzwischen auch schwierige Themen ansprechen.

Autor: Stefan Richts
Redaktion: Sabine Eschenweck