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Länder-Menschen-Abenteuer Seen auf dem Dach der Welt - Der Yssykköl in Kirgistan

Der Yssykköl liegt im Osten Kirgistans in den Bergen des Tian Shan. Mit einer Länge von 200 Kilometern und einer Tiefe von fast 700 Metern ist er der mit weitem Abstand größte Bergsee Asiens, das Meer der Kirgisen. | Bild: BR/MDR/Saxonia Entertainment GmbH/Step

Montag, 14.01.2019
11:10 bis 11:55 Uhr

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Deutschland 2011

Der zweite Teil der Sendereihe führt an die Ufer des Yssykköl in Kirgistan. Für Tschingis Aitmatow, den kirgisischen Nationaldichter, gab es keinen schöneren Platz auf der Welt. Der Yssykköl war für ihn der Ort, "an dem sich Wasser und Himmel berühren". Hier fuhr sein berühmter Weißer Dampfer.
Der Yssykköl liegt im Osten Kirgistans in den Bergen des Tian Shan. Mit einer Länge von 200 Kilometern und einer Tiefe von fast 700 Metern ist er der mit weitem Abstand größte Bergsee Asiens – das Meer der Kirgisen – und nach dem Titicacasee in Südamerika der zweitgrößte Gebirgssee der Welt. Um ihn herum sieht man die schneebedeckten Gipfel aufragen, die des Küngej-Alatau im Norden und die des Terskej-Alatau im Süden. Zahlreiche Legenden beschreiben die versunkene Stadt "Lyesh", die "Tränen des Schneeleoparden", die dem See sein Salz gaben, und schließlich den Namen Yssykköl selbst, der übersetzt "heißer See" lautet. Denn trotz seiner Lage in über 1.600 Metern Höhe friert er auch in den kältesten Wintern nicht zu.
Seit Jahrtausenden ist das Tal des Yssykköl im Tian Shan besiedelt. Der Ruf des Sees als wichtige Station an der Seidenstraße drang bis ins antike Europa. Kirgisische und russische Wissenschaftler haben erst kürzlich die Reste einer über 2.500 Jahre alten Stadt auf dem Grund des Sees ausgemacht. Man fand jahrtausendealtes Geld, Bronzekessel und Waffen. Wegen seiner ökologisch intakten Hochgebirgslandschaften wurde das Gebiet um den Yssykköl zum Biosphärenreservat erklärt. Hier leben in großer Zahl Steinböcke und Marco-Polo-Schafe. Gleichzeitig ist das Reservat Rückzugsgebiet für bedrohte Arten wie das Tian-Shan-Reh, den Turkestan-Fuchs und den Schneeleoparden.

Autor: Stephan Kühnrich
Redaktion: Sabine Eschenweck