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KINOKINO MOVIENIGHT Monsieur Lazhar

Nach dem tragischen Tod einer Lehrerin an einer Grundschule in Québéc bewirbt sich der aus Algerien stammende Bachir Lazhar (Mohamed Fellag) als Ersatzlehrer. Trotz Startschwierigkeiten gelingt es ihm bald, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und den Schülern beim Verarbeiten der Tragödie zu helfen. Während in der Klasse langsam wieder Ruhe einkehrt, weiß niemand an der Schule etwas von der schmerzlichen Vergangenheit des neuen Lehrers. | Bild: Arsenal Filmverleih GmbH/BR

Nacht auf Donnerstag, 06.12.2018
00:30 bis 02:00 Uhr

  • Surround
  • Untertitel

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Kanada 2011

In einer Grundschule in Québec kommt es zu einer Tragödie, als eine Lehrerin sich im Klassenraum erhängt.

Der 55-jährige Bachir Lazhar (Mohamed Fellag), der vor Kurzem aus Algerien geflüchtet ist und in Kanada auf politisches Asyl hofft, liest von dem Fall in der Zeitung. Kurzerhand bewirbt er sich an der Schule als Ersatzlehrer – und wird sofort von der mit dem Vorfall heillos überforderten Schulleitung eingestellt, die seine Angaben nicht überprüft.

Und tatsächlich gelingt es dem neuen Lehrer trotz anspruchsvoller Diktate, einem seltsamen Akzent und einem reichlich antiquierten Unterrichtsstil schnell, das Vertrauen der Kinder zu erwerben und den Schülern beim Verarbeiten der Tragödie zu helfen.

Während in der Klasse langsam wieder Ruhe einkehrt, weiß niemand an der Schule etwas von der schmerzlichen Vergangenheit Bachir Lazhars, der jeden Augenblick damit rechnen muss, aus Kanada ausgewiesen zu werden.

Mit "Monsieur Lazhar" inszenierte der frankokanadische Regisseur Philippe Falardeau einen zugleich subtilen und anrührenden Film über den schwierigen Umgang mit Trauer und Verlust, der auch grundsätzliche Fragen zu Themen wie Immigration, Erziehung und kulturellen Gegensätzen behandelt.

Regisseur Falardeau, der zu seinen Vorbildern sozialrealistische Regisseure wie Ken Loach oder Mike Leigh zählt, begann seine Karriere als Teilnehmer der kanadischen Fernsehshow "La Course destination monde", in der junge Filmemacher die Welt bereisen und kurze Dokumentarfilme drehen. Falardeau inszenierte für das Format 20 Kurzfilme und gewann den Wettbewerb.

Neben weiteren Dokumentarfilmen, unter anderem über chinesisch-stämmige Einwanderer in Kanada, inszenierte er 2000 seinen ersten Spielfilm "La moitié gauche du frigo". "Monsieur Lazhar" ist Falardeaus vierter Spielfilm und basiert auf einem Theaterstück der kanadischen Schauspielerin und Schriftstellerin Évelyne de la Chenelière.

Zu den vielen Auszeichnungen, die das Sozialdrama erhielt, zählen der Publikumspreis auf dem Filmfestival Locarno 2011, der Preis für den besten kanadischen Film des Jahres auf dem Filmfestival Toronto 2011 und der "Südwind Filmpreis" auf dem Internationalen Filmfestival Innsbruck 2012. Im gleichen Jahr war Falardeaus Film auch für den Oscar als "bester fremdsprachiger Film" nominiert.

Besetzung

Rolle: Darsteller:
Bachir Lazhar Mohamed Fellag
Alice Sophie Nélisse
Simon Émilien Néron
Mme Vaillancourt Danielle Proulx
Claire Lajoie Brigitte Poupart
Concierge Louis Champagne
Gaston Jules Philip
Mme Dumas Francine Ruel
Audrée Sophie Sanscartier
Abdelmalek Seddik Benslimane
Marie-Frédérique Marie-Eve Beauregard
Boris Louis-David Leblanc
Victor Vincent Millard
Kommissar André Robitaille

Regie: Philippe Falardeau
Redaktion: Walter Greifenstein

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