BR Fernsehen

puzzle Viele Kulturen - ein Land

Moderatorin Özlem Sarikaya. | Bild: BR

Dienstag, 30.01.2018
23:15 bis 23:45 Uhr

  • Untertitel

BR Fernsehen
Deutschland 2016

Moderation: Özlem Sarikaya

Die Themen der Sendung:

"Nie wieder. Schon wieder. Immer noch." – Rechtsextremismus in Deutschland
Rechtsextremistisches Denken und Handeln in Deutschland ist nicht Vergangenheit. Es ist Gegenwart und es war nie weg. Das thematisiert das NS-Dokumentationszentrum München in seiner Ausstellung "Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945". Dabei werden rassistisch motovierte Gewalt, fremdenfeindliche Übergriffe und Ausschreitungen wie in Rostock-Lichtenhagen oder die Mordserie des NSU genauso thematisiert wie die Verrohung unserer Sprache. Von Rassismus betroffen sind vor allem Juden, Moslems, People of Colour und Angehörige der Sinti und Roma. Letztere haben "puzzle" von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt.

"Kazim, wie schaffen wir das?" – "Nichtstun ist keine Lösung!"
Im Herbst 2015, als viele Menschen aus Krisengebieten Zuflucht in Europa suchten, rief die Bundeskanzlerin das Motto aus: "Wir schaffen das!". Und dahinter standen zig Millionen Menschen. Ihre Empathie beherrschte die Atmosphäre im Land. Anfang 2018 scheinen wir vor einem Scherbenhaufen aus Desillusionierung, Skepsis, Hetze, Rassismus und Nationalismus zu stehen. Was ist aus der Auffassung von Menschlichkeit, Moral und Hilfsbereitschaft geworden? Warum sind Respekt vor der Würde des Menschen und Empathie nicht mehr "angesagt"? "puzzle" hat nachgefragt bei Kazim Erdogan. Er ist Psychologe, Soziologe und rastloser Streetworker in Berlin. In dem Buch "Kazim, wie schaffen wir das?" zeigt er, was Deutschland dringend braucht. Außerdem spricht "puzzle" mit der Philosophin Hilal Sezgin, die sich unter dem Titel "Nichtstun ist keine Lösung!" mit der Frage nach der politischen Verantwortung des Einzelnen in unserer Gesellschaft auseinandersetzt.

Emilia Smechowski: "Wir Strebermigranten"
Was macht es mit einem, wenn man seine eigene Herkunft wegdrückt? Wenn man versucht, sich als Migrant der Kultur des neuen Landes so sehr anzupassen, bis die eigene verschwindet? Und alles nur, um selbstverständlich angenommen zu werden, um schlicht dazuzugehören. Emilia Smechowski hat darüber unter dem Titel "Wir Strebermigranten" ein Buch geschrieben. Es ist ein Buch über ihre eigene Geschichte. Denn Emilia hieß noch Emilka, als ihre Eltern in den 80er-Jahren aus Polen nach Deutschland kamen. Sie bekam einen neuen Namen, eine neue Sprache, und es gab zu Hause deutsches Essen. So, wie bei vielen anderen Migranten aus Polen. Aber das Unterdrücken ihrer eigenen Identität holte sie doch irgendwann ein. Sie spricht mit "puzzle" über Integration, Assimilation und über das "ehrlichere" Leben.

Daniel Kahn and The Painted Bird
"The Painted Bird" ist eine Band um den Sänger Daniel Kahn. Der in Detroit geborene, seit 2005 in Berlin lebende Musiker vereint mit seiner Band die Traditionen amerikanischer und jüdischer Musik mit großen politischen und persönlichen Themen unserer Zeit. In ihrem fünftem Album "The Butcher’s Share" mischen sie mal explosiv, mal melancholisch und immer mit viel Humor Punk, Klezmer, Jazz und Folk. Dabei greifen sie auf Originalstücke zurück von Tom Waits bis Bertolt Brecht. In Augsburg spielen sie live im Rahmen des Brecht-Festivals.

Musik des Lebens
Musik ist so etwas wie der Soundtrack des Lebens. Sie hinterlässt Spuren im Gehirn, holt Erinnerungen hervor, lässt Gefühle wieder aufleben. Manchmal können bestimmte Lieder über schwierige Zeiten hinwegtrösten, manchmal helfen, in andere Gedankenwelten einzutauchen. "puzzle" hat Geflüchtete gefragt, was ihre Lieblingslieder sind. Welche Lieder ihnen besonders viel bedeuten, weil sie etwas Persönliches damit verbinden, weil sie ihnen Kraft geben.

Redaktion: Helge Freund

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Vielfältig und einmalig zugleich - das ist "puzzle", das InterKulturMagazin. Das Format stellt interkulturelle Themen und Menschen vor, die die Kultur und das Leben in Deutschland auf ihre Weise mitprägen.