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Traumhäuser wiederbesucht Ein Passivhaus mit Tradition

Sonntag, 24.07.2016
15:15 bis 16:00 Uhr

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Deutschland 2015

Was hat ein Bauernhaus mit winzigen Fenstern, ziegelrotem Satteldach, behäbigem Balkon und traditioneller Holzfassade mit moderner Architektur zu tun? Das scheinbar durch und durch regionaltypische Haus von Doris und Sebastian Wagnerberger in Chieming beantwortet diese Frage erst auf den zweiten Blick. Er offenbart die bewusst gesetzten Stilbrüche, etwa in der Fassadenlattung oder den ungewöhnlichen, großen Öffnungen auf der West- und Südseite. Dass das Haus mit guter Dämmung, Erdwärmepumpe, kontrollierter Lüftungsanlage und selbst steuerndem Sonnenschutz energetisch hervorragend gerüstet ist und sogar Passivhaus-Standard erreicht, erkennt man dagegen auch bei genauem Hinsehen nicht.
Der Innenbereich überrascht mit einem ungewöhnlichen Raumkonzept, das weit entfernt ist von Zirbelstubenromantik und Herrgottseck-Gemütlichkeit: unterschiedliche Deckenhöhen, Galerien, offene Raumfolgen, reizvolle Sichtachsen, aber auch geschickt versteckter Stauraum und gemütliche Rückzugsbereiche – und das alles in einer Mischung aus bäuerlichem Traditionalismus und städtischem Loftcharakter.
Architekt und Bauherr Sebastian Wagnerberger wollte unbedingt in der Tradition seiner voralpinen Heimat bauen. Allerdings waren seine Frau und er sich einig: „Es darf auf keinen Fall jodeln wie beim Musikantenstadl.“ Das Haus sollte das Lebensgefühl der vierköpfigen Familie spiegeln: heimatverbunden, traditionsbewusst, modern, zeitgemäß, ökologisch und offen für Neues.
Fünf Jahre nach dem Einzug fährt Autorin Birgit Eckelt wieder nach Chieming und erfährt: Das Gestaltungskonzept des Hauses kommt an. So hat Sebastian Wagnerberger inzwischen sechs weitere Häuser im Stil seines Traumhauses entworfen und bastelt schon am nächsten Projekt.

Autor: Birgit Eckelt
Redaktion: Sabine Reeh