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Geschichten aus dem Münchner Land Im Süden

Der Landkreis München ist Spitzenreiter im Ausbau oberflächennaher Geothermie. Hier die Geothermieanlage in Sauerlach. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: Bild: BR/Michael Zehetmair. Die Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Sonntag, 03.01.2016
18:00 bis 18:45 Uhr

  • Untertitel

BR Fernsehen
Deutschland 2015
Folge 3 von 4

Der Tag erwacht im Süden von München. In Ottobrunn, einer klassischen Vorstadtgemeinde, und 15 Kilometer südlich davon in Aying: ein gestandenes Dorf, 19 Ortsteile, darunter Heimatshofen, Silhouetten von Reitern vor aufgehender Morgensonne, ein Baumriese, eine Landstraße. Idylle.

Hier die traditionelle Ayinger Bräu-Kirta, dort Forschungen zur Gewinnung von Flugbenzin aus Algen auf dem Ludwig-Bölkow-Campus in Ottobrunn. Hier Tradition, Trachten, Pferde bei der Sankt-Anna-Wallfahrt in Staucharting, dort das Gewerbegebiet Brunnthal Nord mit Ikea, Metro, Nike-Store usw. Der Süden des Landkreises München bietet all dieses parallel zueinander.

Der berühmteste (Wahl-) Ottobrunner ist Ermanno Wolf-Ferrari, erfolgreich vor rund 100 Jahren mit der Opera buffa „Il segreto di Susanna“. Weiterer Blickfang in Ottobrunn, einer der dichtest besiedelten Gemeinden Deutschlands: Baumriesen, der Wochenmarkt und die Ottosäule. Bis 1955 war Ottobrunn noch Teil von Unterhaching, wo die Fußballer der SpVgg im Jahr 2000 gegen Leverkusen dem FC Bayern in letzter Sekunde zur Meisterschaft verhalfen und wo die Stiftung „kids to life“ des Bauunternehmers Anton Schrobenhauser Kindern hilft, die es im Leben nicht gut getroffen haben.

Im Nachbarort Oberhaching befindet sich der 1920 gegründete „Bergverlag Rother“, in der Kugler Alm wurde einst erstmals ein „Radler“ gemixt. Zwischen den beiden Hachings liegt Taufkirchen. Die dortige Lebensmittel-Tafel zeigt: Im Landkreis München ist längst nicht jeder automatisch reich.

Beim Zukunftsthema Geothermie stehen gemeinsam mit Unterhaching Sauerlach und andere Landkreisgemeinden an der Spitze. Auf der anderen Seite offenbart der Landkreis viele weitere kulturelle Facetten: die Jungdirigentin Anna Handler aus Ottobrunn, die Künstlerin Xenia Marz aus Taufkirchen, das Kegeln im Gasthaus Kandler in Oberbiberg auf einer traditionellen Holzkegelbahn und das Heimatmuseum in Arget, einem wunderschönen voralpenländischen Dorf. Namenforscher Wolf Armin Freiherr von Reitzenstein klärt auf, was es mit all den „Geräumt“-Wegbezeichnungen im Wald der Region auf sich hat.

Autor: Michael Zehetmair
Redaktion: Sabine Scharnagl