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LIDO Schneller Ruhm und früher Tod

Deckenfresko von Johann Evangelist Holzer in der Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen (Detail) | Bild: BR

Donnerstag, 15.10.2015
22:30 bis 23:15 Uhr

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2009

Am 24. Dezember 1709 wurde im Südtiroler Burgeis Johann Evangelist Holzer geboren. Seine Zeitgenossen verehrten ihn als Genie, als den besten Freskenmaler nördlich der Alpen. Der Barockmaler studierte ab 1730 in Augsburg und fand im Leiter der Kunstakademie, Johann Georg Bergmüller, einen hervorragenden Lehrer und Förderer. Schon in jungen Jahren erhielt er Aufträge für Altarbilder und Deckenfresken von einflussreichen Fürstbischöfen.

Holzer starb auf dem Höhepunkt seines Ruhmes unter mysteriösen Umständen im Alter von nur 30 Jahren und geriet nach der Jahrhundertwende in Vergessenheit. Reporter Gunnar Mergner trifft Experten und versucht, Licht in das geheimnisumwitterte Leben des Ausnahmekünstlers zu bringen. Was für ein Mensch war Holzer, woher nahm er die Inspiration für seine großartigen Gemälde und Fresken, woran starb er – weit weg von seinem Heimatort – im Schloss Clemenswerth im Emsland? Ist er tatsächlich an Typhus erkrankt oder hat ein Konkurrent nachgeholfen?

Der Film gewährt einen ungewohnten Blick auf das grandiose Werk des Malers. Zusammen mit einem Kunsthistoriker sucht Gunnar Mergner nach den Überresten einer Kapelle in einem Patrizierhaus in Augsburg, für die Holzer ein Altarblatt malte. Vom Gerüst aus beobachtet das Filmteam die Restaurierungsarbeiten am größten Altarbild der Barockzeit in der Schutzengelkirche in Eichstätt. Holzer hat hier in einem Farbfeuerwerk den dramatischen Kampf des Erzengels Michael gegen das Böse dargestellt.

Das verloren gegangene Hauptwerk Holzers, das Kuppelfresko mit dem überwältigenden Benediktinerhimmel der abgerissenen Abteikirche Münsterschwarzach, wird im Film als 3D-Animation erlebbar.
Gut erhalten ist hingegen Holzers Deckenfresko der Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen. Es erzählt die Geschichte des hl. Antonius, der für die Kranken und Armen Fürbitte hält. Holzers eindringliche Figuren sind ein Spiegel seiner tiefen Frömmigkeit und seines aufrichtigen Mitgefühls.

Autor: Angelika Lizius
Redaktion: Henning Weber

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