BR Fernsehen

DOX - DER DOKUMENTARFILM IM BR Eldorado

Markus Imhoof begibt sich auf Spurensuche, eine Reise in die eigene Vergangenheit. | Bild: BR/SRF/SRG SSR/zero one film/Peter Indergand

Mittwoch, 16.06.2021
22:45 bis 00:15 Uhr

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Deutschland, Schweiz (Confoederatio Helvetica) 2018

Während des Zweiten Weltkrieges nimmt die Familie von Markus Imhoof ein italienisches Flüchtlingsmädchen auf. Sie heißt Giovanna und kommt aus dem ausgebombten Mailand als sogenanntes Ferienkind 1945 in die Schweiz.

Giovanna wird ihm eine Art große Schwester, mit der er sich auch noch nach deren Rückkehr nach Italien Briefe schreibt, und in deren Land er selbst zehn Jahre seines Lebens verbringen wird. Über diese einschneidende Erfahrung findet Markus Imhoof später einen ganz eigenen, sehr persönlichen Zugang zu der heutigen Flüchtlingskrise.

Er geht an Bord eines der Schiffe der italienischen Küstenwache, die im Rahmen der Operation "Mare Nostrum" 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer rettet. Für den Zuschauer wird mit Markus Imhoofs persönlichem Blick auf ein globales Phänomen das Ausmaß der menschlichen Misere, die hinter den Schicksalen der Flüchtlinge steht, erfahrbar.

"Das einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren", sagt Regisseur Markus Imhoof.
Es sind genau jene Erinnerung, die ihn in "Eldorado" zurück zu den Ereignissen seiner Kindheit und seiner ersten Liebe führen.

Markus Imhoof ist ein preisgekrönter Regisseur, der mit seinem Film "More than honey" den Deutschen sowie den Bayerischen Filmpreis 2013 in der Kategorie Dokumentarfilm gewonnen hat. Auch sein Spielfilm "Das Boot ist voll", der sich bereits mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt hat, wurde 1982 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet und mit einer Nominierung für die Oscars für den besten ausländischen Film gewürdigt.

Mit seinem Dokumentarfilm gewann der Regisseur den Zürcher Filmpreis und den Bayerischen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm.

Kamera: Peter Indergand
Regie: Markus Imhoof
Musik: Peter Scherer
Redaktion: Carlos Gerstenhauer