BR Fernsehen

puzzle | Kulturmagazin "Endlich Tacheles", "Deutschland schafft mich" und mehr

Dienstag, 28.04.2020
23:15 bis 23:45 Uhr

  • Untertitel
  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

BR Fernsehen
Deutschland 2020

Moderation: Özlem Sarikaya

Die Themen der Sendung:

Anatol Stefanowitsch: "Eine Frage der Moral: Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen"
Es gibt wenig, über das Menschen so heftig diskutieren können wie die politisch korrekte Sprache. Ist sie dringend nötig, um Menschen nicht permanent zu diskriminieren? Oder erstickt politisch korrekte Sprache spontane Rede und schränkt Meinungsfreiheit ein? Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch ist überzeugt, dass wir dringend eine politisch korrekte Sprache brauchen, denn Worten folgen Taten. Die Zahlen sprechen für sich: Vergangenes Jahr ist, den vorläufigen Angaben des Bundesinnenministeriums zufolge, die Zahl rechtsextrem motivierter Straftaten auf über 22.300 gestiegen, das sind fast 2.000 mehr als im Vorjahr.

Dokumentarfilm auf dem DOK.Fest München: "Endlich Tacheles"
Yaar nennt sich selbst den unjüdischsten Juden der Welt. Er weiß kaum etwas über das Judentum. Worin er sich aber gut auskennt ist "Star Wars" und Computerspiele. Von den Holocaustgeschichten seines Vaters hat er genug. Um sich abzugrenzen, entwickelt er ein Computerspiel mit Nazis und wehrhaften Juden. Dann kommt ihm seine eigene Familiengeschichte dazwischen. Die Regisseurinnen Jana Matthes und Andrea Schramm haben diese Reise in die Vergangenheit in dem Kinofilm "Endlich Tacheles" dokumentiert. Der Film zeigt, wie das Trauma der Überlebenden bis in die dritte Generation weiterreicht, und stellt eine hochaktuelle Frage aus der Sicht eines Anfang-Zwanzigjährigen: Was hat der Holocaust heute mit mir zu tun? Der Kinofilm "Endlich Tacheles" feiert seine Weltpremiere beim DOK.Fest München. Deren Organisatoren haben sich entschlossen das Festival in Corona-Zeiten nicht ausfallen zu lassen, sondern online zu veranstalten.

Michel Abdollahi: "Deutschland schafft mich"
Michel Abdollahi ist Late-Night-Talker, Straßen-Reporter, Kolumnist, Künstler, Stand-Up-Dichter, Literat. Deutschlands "Super-Vorzeige-Migrant". Michel Abdollahi hielt sich selbst immer für einen "Hamburger Jung". Bis sich die AfD in den Parlamenten breit machte und die gesellschaftlichen Debatten radikal veränderte. Michel Abdollahi ist Deutscher – und soll plötzlich nicht mehr dazu gehören, weil ihm Rassisten das absprechen? Über diese erschreckende Erkenntnis hat er das Buch "Deutschland schafft mich" geschrieben. Es ist nicht nur im Titel eine entschiedene Replik auf das Pamphlet „"Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin. Michel Abdollahi schreibt über eine Gesellschaft, für die rechtes Denken erschreckend normal geworden ist, und in der Menschen mit Migrationshintergrund zu Hassobjekten geworden sind.

Tan Caglar: "Geht nicht? Gibt's nicht!"
Tan Caglars ist Coach, Model, Profi-Basketballspieler, Buchautor, sitzt im Rollstuhl und ist ein Comedian. „"Rollt bei mir!" hieß seine Biografie und sein erstes Soloprogramm, in er sich über seinen Alltag als Deutsch-Türke, sein Leben im Rollstuhl und seinen Weg zur Comedy lustig machte. Gerade wäre der Comedian mit seinem zweiten Soloprogramm mit dem Titel "Geht nicht? Gibt's nicht!" durch Deutschland getourt, wenn nicht Corona seine Pläne durchkreuzt hätte. Aber auch jetzt zeigt Tan Caglar einmal mehr, wie man am besten durch Krisensituationen kommt: mit Humor.

Album von Yusuf Sahilli: "Let's Do That"
Yusuf Sahilli ist Sänger und Multi-Instrumentalist. Er wurde als Kind immer auf türkische und arabische Hochzeiten mitgeschleppt. Dort spielten orientalische Partybands und tanzten Bauchtänzerinnen zu dem Rhythmus der orientalischen "Darbuka"-Trommel. Geprägt von diesen Eindrücken und gleichermaßen auch von westlichen Einflüssen ist er jetzt selbst ein Musiker. Gerade ist sein zweites Album mit dem Titel "Let's Do That" erschienen.

Redaktion: Helge Freund

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