BR Fernsehen

quer ... durch die Woche mit Christoph Süß

Donnerstag, 31.10.2019
20:15 bis 21:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar
  • Untertitel
  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

BR Fernsehen
2019

Die Themen der Sendung:

Zum Pendeln verdammt: Wie Bayern zum Speckgürtel wird
30 000 Menschen im Landkreis Dillingen fahren weit zur Arbeit. Die Zahl der Fernpendler dort ist seit 2000 um 30 Prozent gestiegen. Der öffentliche Nahverkehr existiert hier nur lückenhaft, um das Autofahren kommt also kaum einer herum. Und der Staat fördert Pendeln sogar, als Teil des Klimapakets. Wohnortnahe Arbeit ist in der Landesentwicklung hingegen anscheinend weniger vorgesehen. In der Folge steigen selbst in entlegenen Regionen die Immobilienpreise. Droht die "Speckgürtelisierung" Bayerns?

Rechtsextreme "Mitte": Braucht die Verfassung Schutz vor der AfD?
Der Verfassungsschutz stuft den völkischen "Flügel" der AfD als Verdachtsfall ein. Nach Einschätzung des Präsidenten Haldenwang wird der Flügel "immer extremistischer". Bekanntester Anführer des Flügels ist Björn Höcke. Doch statt sich zu distanzieren, hat Parteichef Alexander Gauland nach der Thüringen-Wahl erklärt, Höcke sei in der Mitte der Partei. Wie es aussieht, könnte Markus Söder mit seiner jüngsten Einschätzung recht gehabt haben: Für ihn ist die AFD die neue NPD. Letztere wurde 2017 nur deshalb nicht verboten, weil sie zu unbedeutend war, was man über die AfD wahrlich nicht behaupten kann.

Entfremdung statt Integration? Syrienkrieg auf dem Fußballplatz
Am Sonntag in Allach: Hochrisiko-Derby in der C-Klasse. SV Türkspor Allach II gegen FC Azadi München, "Türken" gegen "Kurden". Das brisant daran ist, dass kurz zuvor die Türkspor-Spieler gepostet hatten, wie sie "ihrem" Militär salutieren, ganz wie die türkische Nationalelf. Seit Erdogan in Nordsyrien Kurdengebiete angegriffen hat, kochen die Emotionen hoch. Und Fußball wird plötzlich zur Nebensache. "quer" geht auf dem Platz der Frage nach: Wie weit ist es her mit Integration, wenn Deutschtürken in der dritten Generation die türkische Armee offenbar als die "ihre" begreifen?

Duell der geschützten Arten: Wenn die Libelle den Biber sticht
Im Erdinger Moos bei Ismaning fühlt sich seit vielen Jahren der Biber wohl. Zum Leidwesen der Bauern, sorgt er doch für überflutete Felder und durchlöcherte Wege. Trotz aller Klagen durfte gegen den bedrohten Biber kaum etwas unternommen werden. Doch jetzt kommt ausgerechnet der Artenschutz den Bauern zur Hilfe: Die Helmazurjungfer, eine Libellenart, ist nämlich noch viel gefährdeter als der Biber. Sie braucht fließendes Gewässer zur Brut und keine Stauseen, wie sie der Biber anlegt. Also darf der Biber jetzt weg. Und, weil es nirgends mehr Ausweichplätze für Biber gibt, wird er halt erschossen. Dem Artenschutz zuliebe.

Geschichte oder Future? Denkmalschutz kontra Klimaschutz
Am Marktplatz von Goldkronach in Oberfranken möchte ein Hausbesitzer auf seinem Dach Solarstrom erzeugen. Das ist gut fürs Klima, aber schlecht fürs historische Ensemble, sagt der Denkmalschutz und ist dagegen. Doch ist diese Abwägung angesichts der Klimakrise zeitgemäß? Ein Argument des Amtes klingt indes durchaus zeitgemäß. Die Anlage störe nicht nur von der Straße, sondern sogar vom Weltall aus. Denn Touristen, die den Ort vorab via Internet anschauen, könnten vom Anblick des Solardachs abgeschreckt werden.

Zum Pendeln verdammt: Wie Bayern zum Speckgürtel wird

Rechtsextreme „Mitte“: Braucht die Verfassung Schutz vor der AfD?

Entfremdung statt Integration? Syrienkrieg auf dem Fußballplatz

Duell der geschützten Arten: Wenn die Libelle den Biber sticht

Geschichte oder Future? – Denkmalschutz kontra Klimaschutz

Redaktion: Christoph Thees

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