BR Fernsehen

Länder-Menschen-Abenteuer Mit dem Zug durch Sardinien

Trenino verde auf seiner Fahrt entlang des Lago del Liscia in der Gallura. | Bild: BR/SWR/Alexander Schweitzer

Dienstag, 02.07.2019
11:10 bis 11:55 Uhr

BR Fernsehen
Deutschland 2010

"Wer über das Meer kommt, will uns bestehlen", so lautet ein altes sardisches Sprichwort. Heute kommen vor allem Touristen über das Meer und bringen ihr Geld mit. Einige erkunden die Mittelmeerinsel mit der Eisenbahn. Hierfür eignen sich hauptsächlich die landschaftlich besonders reizvollen Schmalspurstrecken, auf denen der "Trenino verde", der kleine grüne Zug, entlang zuckelt. Der berühmte englische Schriftsteller D.H. Lawrence hat das 1919 auch schon gemacht und notiert in seinem Reisetagebuch: "Es ist eine närrische Eisenbahn. … Sie rattert durch Berg und Tal, nimmt gelassen die schärfsten Kurven; nicht wie das eine richtige große Eisenbahn tut, sondern mit einem tiefen Grunzen wendet sie sich und stänkert durch den Tunnel, rennt wie ein keuchendes Hündchen die Hügel hinan, tut einen Rundblick, saust in eine andere Richtung davon und schleift uns alle bedenkenlos hinter sich her." Das ist noch heute so.

Die Reise beginnt in Pálau im Nordosten Sardiniens. Das Filmteam fährt mit dem Zug in die Barbagia, jene wilde, unzugängliche Gegend, wo einst maskierte Banditen zu Hause waren und Reisende überfielen. Die Räuber lebten zurückgezogen in den Bergen. Das wohl berühmteste Banditendorf war Orgosolo, das heute für seine "Murales", seine politischen Wandmalereien bekannt ist. Feinschmecker können beim Fang und der Zubereitung der "Bottarga di Muggine", des "Sardischen Kaviars", zuschauen. Eine Korkdesignerin fertigt aus Kork Kleider und Schuhe. Und in den Bergen ertönt der "canto a tenore", ein melancholischer Gesang, der unter dem Schutz der UNESCO steht. Die UNESCO wacht auch über alte, große Steinhaufen, die Nuraghen. Sie sind das Wahrzeichen der Insel. Die filmische Reise endet im Süden Sardiniens.

Autor: Alexander Schweitzer
Redaktion: Sabine Eschenweck