BR Fernsehen

puzzle | 07.05.2019 "Kleine Germanen", CubaBoarisch 2.0 und mehr

Dienstag, 07.05.2019
23:15 bis 23:45 Uhr

  • Untertitel
  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

BR Fernsehen
Deutschland 2019

Moderation: Özlem Sarikaya

Die Themen der Sendung:

Der Dokumentarfilm: "Kleine Germanen"
"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung". So steht es im BGB. Eltern können ihre Kinder aber nach ihren eigenen Vorstellungen erziehen. Auch nach dogmatischen Prinzipien rechtsextremer Ideologie. Doch was richtet eine Erziehung an, die darauf aus ist, Kinder zu radikalisieren, die Kindern einen politischen Kampf abverlangt? Und was wird aus diesen Kindern, wenn sie einmal erwachsen geworden sind? Behutsam geht der Dokumentarfilm "Kleine Germanen" diesen Fragen nach und erzählt die exemplarische Geschichte von Elsa, die in einem rechtsextremen Umfeld aufwächst.

"Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!"
"Woher kommst du?" Diese eigentlich harmlose Frage birgt viel Zündstoff. Denn sie bekommen viele Deutsche zu hören, die nicht dem Bild des blonden, blauäugigen "Klischeedeutschen" entsprechen. Viele der Gefragten haben zwar eine Familie mit Migrationsgeschichte, leben aber schon viele Jahre in Deutschland oder sind hier geboren und fühlen sich zugehörig. Sie stört diese Frage vor allem dann, wenn sie gleich zu Beginn einer Unterhaltung gestellt wird, weil sie einen prompt auf das Äußere reduziert. Einigen Gefragten reißt der Geduldsfaden. Sie fordern ein anderes Verständnis von "Deutschsein", eines, das alle Deutschen einbezieht, auch die mit Migrationshintergrund. Die Journalistin Ferda Ataman berichtet in ihrem Buch "Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!" über ihre Erlebnisse.

Abbas Khider: "Deutsch für alle - Das endgültige Lehrbuch"
Abbas Khider, geflüchtet aus dem Irak, lebt seit nun fast 20 Jahren in Deutschland und ist mit seinen vier Romanen zu einem geachteten und preisgekrönten Schriftsteller geworden. Bemerkenswert und ziemlich erstaunlich: Diese Romane hat er auf Deutsch geschrieben. Schon in Bagdad hat er die deutsche Sprache lernen wollen, um die deutschen Philosophen im Original lesen zu können. Jetzt hat er ein humoreskes Sachbuch mit dem Titel "Deutsch für alle - Das endgültige Lehrbuch" verfasst.

Tourstart der Band "CubaBoarisch 2.0"
YInet Rojas hat in Guantanamo auf Kuba Gitarrenspiel studiert und als Profimusikerin in Musikorchestern gearbeitet, bis sie von oberbayrischen Touristen entdeckt und nach Bayern eingeladen wurde. Denn diese waren Musiker und hatten gerade den kubanischen Rhythmus für sich entdeckt. Die Band nennt sich "Cuba Boarisch 2.0". 2.0 weil Leo Meixner die Update-Version seines Vaters, dem Gründer der "Cubaboarischen", ist. So lässt die Band die Wasser der Alpenseen mit denen von Karibik und Pazifik zusammenfließen, während die Musiker hüftschwingend auf den Wellen surfen.

Der Münchner Olympiapark
1966 wurde München zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1972 gewählt. Die Stadt verfügte damals aber weder über entsprechende Anlagen für Wettkämpfe noch über die Infrastruktur. So wurden für die umfassenden Bauarbeiten zusätzliche Arbeitskräfte benötigt. Dazu sind viele Gastarbeiter aus den verschiedensten Ländern angeworben worden. Über 50 Jahre später ist das Olympiagelände ein belebter Stadtpark. "puzzle" hat dort eine neue Generation von Zugewanderten getroffen, die dieses Land heute mitgestalten.

Redaktion: Helge Freund

Unser Profil

Vielfältig und einmalig zugleich - das ist "puzzle", das InterKulturMagazin. Das Format stellt interkulturelle Themen und Menschen vor, die die Kultur und das Leben in Deutschland auf ihre Weise mitprägen.