BR Fernsehen

puzzle | 26.03.2019 Viele Kulturen - ein Land

Dienstag, 26.03.2019
23:15 bis 23:45 Uhr

  • Untertitel
  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

BR Fernsehen
Deutschland 2016

Moderation: Özlem Sarikaya

Die Themen der Sendung:

Kinostart: "Im Land meiner Kinder"
Wahlrecht, bessere Integrations-Chancen, Reisefreiheit - der deutsche Pass gilt als einer der wertvollsten Pässe der Welt. Jährlich lassen sich rund 100.000 Menschen mit ausländischem Pass in Deutschland einbürgern, ein oft langwieriger und komplizierter Prozess. In seinem Dokumentarfilm "Im Land meiner Kinder" erzählt der deutsch-ecuadorianische Regisseur Dario Aguirre von seinem eigenen Weg des Deutsch-Werdens. Der Film erzählt von bürokratischen und persönlichen Hürden, vom Bangen und Hoffen, von der Frage nach Heimat und der eigenen Identität. Und er zeigt ohne erhobenen Zeigefinger, wie Integration gelingen kann - mit mehr Empathie.

Buch: "Ein Neger darf nicht neben mir sitzen"
Hautfarbe, Religion, kulturelle Prägung sind nichts als Zufall. Wie absurd und niederträchtig Rassismus ist, zeigt sich daran, dass selbst ein Deutscher, der mitten in München geboren ist, seit seiner Kindheit immer wieder boshafte Sprüche kassieren muss, nur weil er dunkler ist. David Mayonga alias Roger Rekless, unterwegs als Musiker, Moderator und Pädagoge, hat lange darunter gelitten, dass andere die Deutungshoheit über ihn übernommen haben. Nun hat Mayonga ein so beeindruckendes wie bedrückendes Buch geschrieben, halb Autobiografie, halb Sachbuch. Darüber, was Rassismus ist, wie er ihn selbst erleben und darunter leiden musste und welche Möglichkeiten es gibt, dagegen anzukämpfen.

Musiker Sandro Roy
Das Wort "Zigeuner" taucht in den Konzerthallen für klassische Musik immer wieder auf: Die Zigeunerweisen und die Carmen-Fantasie von Sarasate oder die Zigeunerlieder von Brahms. "Zigeuner" steht hier für große Gefühle, überbordenden Schwermut, Wildheit, Abenteuer. Aber diese Bezeichnung für Sinti und Roma gilt längst als abwertend und diskriminierend. Nun macht sich der junge Sinti Sandro Roy auf, die großen Konzertsäle zu erobern. Er ist ein Meister des Gypsy-Jazz und ein ebenso begnadeter klassischer Geiger. Er fordert Respekt für seine Kunst, für sich und sein Volk. Jetzt hatte er sein gefeiertes Debüt mit dem Münchner Rundfunkorchester am Prinzregententheater. Ein Befreiungsschlag.

Mohamad Alkhalaf: Ein bayerischer Syrer oder ein syrischer Bayer
"Schnäuzen in der Öffentlichkeit, U-Bahntickets kaufen, Toilettenpapier, Kartoffelsalat, Mülltrennung, Menschen, die mit Tieren reden - manchmal könnte man denken, die Deutschen sind verrückt", so beschreibt es Mohamad Alkhalaf in seinen Kolumnen. Er ist während des Kriegs in Syrien aus seiner Heimatstadt Rakka nach München, besser gesagt nach Kirchseeon, geflohen. Er war in Syrien Journalist und schreibt heute regelmäßig für die SZ-Kolumne "Neue Heimat". Für "puzzle" hat er die Unterschiede, vor allem aber die Gemeinsamkeiten der bayerischen und syrischen Kultur zusammengetragen. Zum Beispiel existiert in Syrien ein ähnliches Instrument wie unsere Zither und syrische Frauen in traditionellen Kleidern erinnern ihn doch sehr an hiesige Frauen im Dirndl. Tanzen lieben die Menschen hier und dort, nur kommen sich die Paare nicht ganz so nah. Er liebt Bayern mittlerweile so sehr, dass er mit seiner syrischen Frau eine bayerisch-syrische Hochzeit in München gefeiert hat.

"Dauerkolonie Deutscher Film"
Was haben schwarze Schauspielerinnen und Schauspieler für Rollenangebote im deutschen Fernsehen? Kleinkriminelle, Opfer oder Personen aus dem Ausland, vielleicht Kommissar-Assistenten. Das ändert sich, aber zu langsam. So sahen das auch die Veranstalter eines Panels beim Max-Ophüls-Preis und luden Schauspieler und Medienleute zu einem Diskurs ein. Da ging es um Diversität, Identität und Normalität unter dem provozierenden Titel "Dauerkolonie Deutscher Film".

Redaktion: Helge Freund

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