BR Fernsehen

puzzle | 26.02.2019 "Eure Heimat ist unser Albtraum", "Leyla" und mehr

Dienstag, 26.02.2019
23:15 bis 23:45 Uhr

  • Untertitel
  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

BR Fernsehen
Deutschland 2019

Moderation: Özlem Sarikaya

Die Themen der Sendung:

Ein Geschenk an das Heimatministerium: "Eure Heimat ist unser Albtraum"
Seit vergangenem Jahr hat Deutschland ein Heimatministerium. Das könnte Gelegenheit sein, für mehr Zusammenhalt und Solidarität in der deutschen Gesellschaft zu sorgen. Doch der neue Heimatminister behauptet, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, Migration sei die Mutter aller Probleme und setzt sich für mehr Abschiebungen ein. Zum einjährigen Bestehen des Heimatministeriums halten 14 deutschsprachige Autoren und Autorinnen mit migrantischer und jüdischer Geschichte Deutschland einen Spiegel vor. "Eure Heimat ist unser Albtraum" heißt die Anthologie, in der sie schreiben, wie es ist, in einem Land zu leben, das sich zwar als vorbildliche Demokratie begreift, gleichzeitig jedoch einen großen Teil der Gesellschaft ausgrenzt und kaum schützt.

Bürgerbühnenstück über Amerikaner in Augsburg: "Home is where the heart is"
Migration kann viele Ursachen haben. Flucht vor Krieg, Terror, Elend und Hunger. Es gibt aber auch Migration von Menschen, die ihr Land, das sie lieben, verlassen, weil sie gerade diesem Land dienen: etwa amerikanische Soldaten im Nachkriegsdeutschland. Sie zogen von Amerika in die Ferne, nach Deutschland. Das Gefühl willkommen zu sein, hatten sie selten. Sie ließen sich in Deutschland nieder, wurden zum Teil glücklich. Einige von ihnen ließen ihre Heimat für immer hinter sich. Nun blicken sie zurück: War es das richtige Leben auf dem falschen Kontinent? In einem Projekt am Jungen Theater in Augsburg arbeiten Bürger, ehemalige Soldaten und Zivilangestellte ihre Erfahrungen auf. Eine etwas andere Migrationsgeschichte.

Kurzfilm von Tuna Kaptan: "Hörst du, Mutter?"
Als er mit 19 Jahren den Film "Gegen die Wand" von Fatih Akin sah, beschloss Tuna Kaptan, dass er Filmemacher werden möchte. Erst hat er Medienwissenschaft studiert, dann das Studium der Münchner Filmhochschule draufgesetzt. Gerade hatte sein Abschlussfilm "Hörst du, Mutter?" Premiere vor 1.500 Zuschauern auf dem Kurzfilmfestival in Clermont-Ferrand, dem nach Cannes zweitgrößten Festival Frankreichs. Vielleicht hat der ein oder die andere daraufhin beschlossen, auch Filmemacher zu werden.

Privileg Reisepass - Eine Reportage
Was bedeutet es, einen Pass zu haben? Er kann überlebensnotwendig sein. Ohne Pass jedenfalls kein Reisen, kein Transit, kein Übergang. Aber was ist ein Pass darüber hinaus? Was sagt ein Pass über die eigene Identität aus? Einen Pass zu haben, sich damit frei bewegen dürfen, das ist nicht selbstverständlich. "puzzle" hat an einem Kreuzungspunkt in München, dem Zentralen Omnibus Bahnhof, kurz: ZOB, die Reisenden gefragt, was ihnen ihr Pass bedeutet. Gespräche über Unfreiheit und Freiheit, Selbstverständnis und eine Welt in Bewegung.

Debütalbum Adir Jan: "Leyla"
Der Musiker Adir Jan Tekin ist in Deutschland geboren, lebt in Berlin und ist Kurde. Nach einer Krise hat er sich selbst das Lautespielen beigebracht und angefangen zu singen. Seine Langhals-Laute, eine kurdische Tembûr, schließt er an den Verstärker an und da entsteht etwas ziemlich Rockiges. Die Songs singt er auf Kurdisch und der Sprache seiner Mutter: Zaza. Jetzt hat Adir Jan seine erste CD beim Münchner Trikont Label herausgebracht. "Cosmopolitan Kurdesque" nennt er seine Musik, ein bisher einzigartiger Mix aus Oriental, Traditional, Indie und Psychedelic. Sein Album heißt "Leyla" und ist seiner Mutter gewidmet.

Redaktion: Helge Freund

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