BR Fernsehen

quer ... durch die Woche mit Christoph Süß

Donnerstag, 08.11.2018
20:15 bis 21:00 Uhr

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BR Fernsehen
Deutschland 2018

Die Themen der Sendung:

Der Fluch des Erfolgs: Nördlingen leidet unter Vollbeschäftigung
Eigentlich läuft es gerade super in Bayern: Die Arbeitslosenquote lag im Oktober gerade mal bei 2,6 Prozent und damit so niedrig wie nirgends in Deutschland. Vielerorts herrscht sogar Vollbeschäftigung. Doch in den betreffenden Regionen ist man von Jubelstimmung weit entfernt. So etwa im schwäbischen Nördlingen: Hier ist ein Konkurrenzkampf um die wenigen, kostbaren Arbeitnehmer entbrannt. Metzgereien und Gaststätten müssen schließen, weil sie kein Personal mehr finden, Firmen müssen Aufträge absagen. Mancher sehnt sich bereits nach Zeiten zurück, in denen es noch mehr Arbeitslose gab.

Tierschutz absurd? Die Haselmausbrücke von Vilshofen
Eigentlich wollten alle alles richtig machen und jetzt scheint alles schief zu laufen: Vilshofen hat der geschützten Haselmaus für knapp 100.000 Euro eine eigene Brücke über eine Straße gebaut. Doch diese Brücke ist sinnlos, sagt der BUND Naturschutz, denn über sie gelangen die Haselmäuse in ein Neubaugebiet, das ihnen keinen Lebensraum bietet. Das staatliche Bauamt Passau verteidigt die Haselmausbrücke und führt zehn "sachliche Antworten" auf, weshalb die Brücke "notwendig und richtig" und sogar ein Pilotprojekt sei.

Sperrbezirk auf Umwegen: Landshut und das Rotlicht-Dilemma
In Landshut gibt es keinen Sperrbezirk, denn im Stadtrat herrschte stets die Meinung vor, dass es im gesitteten, ordentlichen Landshut so etwas nicht braucht. Nun stellt sich jedoch heraus, dass es am Ort bis zu 25 Bordelle gibt, teilweise im historischen Stadtzentrum. Das ist für eine Stadt mit 70.000 Einwohnern doch recht viel, und eigentlich will der Stadtrat nicht so viele Etablissements in der Innenstadt haben. Doch einfach offiziell einen Sperrbezirk einrichten will man auch nicht, vielmehr sollen Bordelle mit strengeren Kontrollen an den Stadtrand gedrängt werden. Ein Sperrbezirk auf Umwegen also. Ist das ein aufwändiges Manöver, um den Ruf einer sittsamen Stadt zu wahren?

Vorstand verzweifelt gesucht: Vereine in der Egoismus-Falle
In ganz Bayern boomen Tracht, Heimat und Tradition, doch Chef eines Vereins wollen nur noch wenige werden. In Burglengenfeld in der Oberpfalz musste sich ein fast 100-jähriger Trachtenverein auflösen, obwohl er 168 Mitglieder hat. Der Hauptgrund: Niemand wollte Vorstand sein und damit Verantwortung und ehrenamtliche Arbeit übernehmen. Ist das Ausdruck eines gesellschaftlichen Trends: Profitieren will jeder, doch sich engagieren kaum jemand? Und passen regelmäßige Vereinstreffen dem superflexiblen mobilen Workaholic nicht mehr in den Zeitplan?

Hintertür für Glyphosat? - Die EU und die Agrarlobby
Die Diskussion um Glyphosat findet kein Ende. Vielleicht auch deshalb, weil im Hintergrund Lobbyisten eifrig die Interessen landwirtschaftlicher Massenproduktion verteidigen. Am Beispiel Milch lässt sich zeigen: Einzelne Handelsketten wollen zwar mit Selbstverpflichtungen den Landwirten den Verzicht auf Glyphosat auferlegen - die Agrarlobby in Brüssel arbeitet jedoch vehement dagegen. Am Ende wird eine gut gemeinte EU-Richtlinie, die Bauern schützen soll, zum Instrument, um den Umwelt- und Tierschutz zu unterlaufen. Mit tatkräftiger Unterstützung umtriebiger bayerischer Interessenvertreter.

Der Fluch des Erfolgs: Nördlingen leidet unter Vollbeschäftigung

Tierschutz absurd? Die Haselmausbrücke von Vilshofen

Sperrbezirk auf Umwegen: Landshut und das Rotlicht-Dilemma

Vorstand verzweifelt gesucht: Vereine in der Egoismus-Falle

Hintertür für Glyphosat? - Die EU und die Agrarlobby

Redaktion: Wolfgang Mezger

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