BR Fernsehen

puzzle Viele Kulturen - ein Land

Dienstag, 30.10.2018
23:15 bis 23:45 Uhr

  • Untertitel

BR Fernsehen
Deutschland 2016

Moderation: Özlem Sarikaya

Dokumentarfilm: „Back To The Fatherland“
Warum wandern Enkel von Holocaustüberlebenden ausgerechnet nach Deutschland und Österreich aus, um dort zu leben? Da, wo ihre Vorfahren während des Zweiten Weltkriegs systematisch verfolgt und hingerichtet wurden. Und wie reagieren deren Großeltern auf diesen Schritt? Diesen Fragen folgen die Filmemacherinnen, die Österreicherin Kat Rohrer und die Israelin Gil Levanon, in ihrem herausragenden Dokumentarfilm „Back To The Fatherland“. Kinostart: 8. November 2018

Ijoma Mangold: „Das deutsche Krokodil“
Ijoma Mangold ist Literaturchef der Wochenzeitung „Die Zeit“ und einer der wichtigen Intellektuellen Deutschlands. Er ist in Heidelberg geboren und aufgewachsen, in Bologna und München hat er studiert. Er hat eine Bilderbuchkarriere, gehörte mehrfach zur Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises und ist aus dem deutschen Literaturbetrieb nicht wegzudenken. Und doch ist vieles für ihn nicht selbstverständlich, denn er muss immer mit fremden Zuschreibungen leben - aufgrund seiner Hautfarbe. Sein Vater ist aus Nigeria, seine Mutter aus Schlesien. Seine beeindruckende Lebensgeschichte ist gleichzeitig eine Beschreibung deutscher Zeitgeschichte. Nachzulesen in seiner Autobiografie „Das deutsche Krokodil“.

50 Jahre Anwerbeabkommen mit Jugoslawien
Am 12. Oktober 1968 schloss die Bundesrepublik Deutschland ein Anwerbeabkommen mit der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Hunderttausende Gastarbeiter kamen so ins Wirtschaftswunderland, um die boomende Industrie aufrecht zu erhalten. Viele sind bis heute geblieben, haben in Deutschland ihre neue Heimat. Anlässlich dieses 50. Jahrestages haben wir im Rahmen der Veranstaltungsreihe „no stop non stop“ in der Münchner Kunsthalle Lothringer13 zwei Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien getroffen: Die Kuratorin Dr. Katja Kobolt, deren Vater damals als Journalist die Gastarbeiter mit muttersprachlichen Artikeln über Deutschland informierte und die selbst später als EU-Migrantin aus dem heutigen Slowenien nach Deutschland einwanderte, und Stjepan Bergovec, der 1968 nach Deutschland kam, hier studierte, als Lehrer arbeitete und zwei kroatische Fußballclubs mitgründete, die es bis heute gibt.

Debutalbum „Oansno“
„Oansno“ nennt sich ein Quartett aus München. Die Musiker nennen sich so, weil sie der Aufforderung ihres Publikums nach einer Zugabe immer wieder gerne nachkommen und no oane und no oane spielen. Obwohl sie in bayrischer Mundart singen, liegen ihre Wurzeln in Südafrika, Italien, Ungarn und Griechenland. Ihr musikalischer Stil ist als bayerischer Balkan-Punk oder Wirtshaus-Polka zu beschreiben und ihre Message ist: Hauptsache Gaudi. Jetzt haben sie ihr erstes Album herausgebracht. Titel: „Oansno“.

Sichtwechsel
Beim "Sichtwechsel Filmpreis" werden im Rahmen des Filmfest Hamburg RegisseurInnen ausgezeichnet, die über nationale und kulturelle Grenzen hinweg in anderen Ländern arbeiten und Filme realisieren. Die ihr Heimatland unfreiwillig verlassen mussten oder die aus künstlerischen oder privaten Gründen Filme außerhalb ihrer Heimat realisieren. Sie ermöglichen in vielerlei Hinsicht eine neue Sicht auf verschiedenste Themen. Wir haben am Rande des Festivals mit den Jurymitgliedern über Deutschland gesprochen - Deutschland aus einer anderen Perspektive. Und einen Filmemacher getroffen, der das Deutschsein aus verschiedenen Perspektiven behandelt.

Redaktion: Helge Freund

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Vielfältig und einmalig zugleich - das ist "puzzle", das InterKulturMagazin. Das Format stellt interkulturelle Themen und Menschen vor, die die Kultur und das Leben in Deutschland auf ihre Weise mitprägen.