BR Fernsehen

Welt der Tiere Die Kängurus von Mecklenburg

Ein freilebendes Bennetkänguru im Wald um Burg Stargard. | Bild: BR/Angelika Sigl

Samstag, 07.07.2018
09:30 bis 10:00 Uhr

  • Untertitel

BR Fernsehen
Deutschland 2006

Kängurus und Marderhunde, Waschbär, Nandu und Mink – da denkt man an Australien und andere exotische Länder. Doch man kann sie auch in Deutschland finden – frei lebend, in Mecklenburg Vorpommern. Denn vor einigen Jahren öffneten Rowdys im Zoo von Burg Stargard die Türen eines Streichelgeheges und prügelten die Tiere heraus. Als Zoodirektor Schumann am nächsten Morgen die Bescherung entdeckte, war es schon zu spät. Die Bennetkängurus waren auf und davon und fanden in der hügeligen Umgebung beste Versteckmöglichkeiten. Nur zwei männliche Tiere standen wenige Tage später freiwillig wieder vor der Tür, die anderen, ein weiteres Männchen und einige Weibchen blieben fort und waren nicht mehr einzufangen.
Überall werden Tiere ausgesetzt, entfliehen oder werden sogar aktiv freigelassen. Solange die Tiere alleine sind, haben sie keine Chance. Aber irgendwann findet sich ein Pärchen, und wenn dann das Klima noch stimmt, etablieren sich die Zuwanderer. So war es auch mit Laufvögeln aus Südamerika, den Nandus. Sie haben sich in einer Kolonie in Mecklenburg Vorpommern etabliert und vermehren sich dort rasant. Und mittelamerikanische Waschbären leben mit Minks, den amerikanischen Nerzen, und Marderhunden aus China in feuchten Auwäldern. Aber es gibt auch echte Zuwanderer, etwa aus China und Russland. Der Marderhund wurde 1928 im europäischen Russland zur Jagd angesiedelt. Über Finnland wanderte der hübsche Kerl nach Norddeutschland ein und inzwischen ist er auch auf dem Weg nach Bayern.

Autor: Angelika Sigl
Redaktion: Bernd Strobel