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Heimatfilm-Klassiker mit Karlheinz Böhm Schloss Hubertus

Graf Egge Sennefeld hat nur eine Passion: die Jagd. Doch seine Familie zerbricht unter der Sturheit des herrischen Alten. Als der Adelige dem skrupellosen Wilderer Schipper vertraut und sich immer stärker in seiner Jagdleidenschaft verliert, kommt es schließlich zu einem tragischen Unfall.

Stand: 08.07.2020

Filmszene aus "Schloss Hubertus": Der junge Graf Tassilo (Karl-Heinz Böhm, links) kann machen, was er will, sein Vater, der alte Graf Egge Sennefeld (Carl Lange) ist gegen seine Liebe zur "unstandesgemäßen" Sängerin Anna Herwegh. | Bild: BR/Telepool

Für den alternden Grafen Egge Sennefeld zählt im Leben einzig die Jagd. Seiner Familie gegenüber verhält er sich herrisch und halsstarrig.

Filminfo

Originaltitel: Schloss Hubertus (D, 1973)
Regie: Harald Reinl
Darsteller: Robert Hoffmann, Carl Lange, Karlheinz Böhm, Klaus Löwitsch
Länge: 95 Minuten
16:9, stereo, VT-UT

Seine Frau hat ihn deswegen längst verlassen und auch von seinen Kindern - dem liberalen Juristen Tassilo, dem spielsüchtigen Leutnant Robert, dem verträumten Willy und der jungen Kitty - hat er sich längst entfremdet. Selbst der Tod des jungen Willy lässt die gräfliche Familie nicht näher zusammenrücken.

Im Gegenteil: Der älteste Sohn Tassilo sagt sich endgültig vom Vater los und heiratet "unstandesgemäß" die Sängerin Anna. Robert ist längst unrettbar seiner Spielsucht verfallen, und selbst Kitty, die jüngste, findet keinen Zugang mehr zu ihrem Vater.

Einzig dem verschlagenen Jagdangestellten Schipper vertraut der alternde Graf noch und entlässt seinen treuesten Jäger, den jungen Franz Hornegger. Weder der verblendete Graf noch Franz ahnen, welch abgründiger Charakter sich hinter der freundlichen Fassade von Schipper verbirgt. Dann geschieht ein tragisches Unglück ...

Der junge Graf Tassilo (Karl-Heinz Böhm) heiratet gegen den Willen seines Vaters "unstandesgemäß" die Sängerin Anna Herwegh (Evelyn Opela).

Regie bei diesem atmosphärisch dichten Heimatfilm führte der Erfolgsregisseur Harald Reinl, dessen Karl-May- und Edgar-Wallace-Verfilmungen in den 1960er-Jahren zu gigantischen Kassenerfolgen wurden. Die gleichnamige Vorlage stammt von Heimatroman-Autor Ludwig Ganghofer (1855-1920) und wurde zuvor bereits zweimal verfilmt: 1934 von Hans Deppe und 1954 von Helmut Weiss.

Gedreht wurde Reinls Version u.a. auf Schloss Anif in Berchtesgaden und im bayerischen Wimbachtal. Die Version von 1973 bündelt die wichtigsten Themen des bayerischen Volksschriftstellers: menschliche Schwächen und Anfechtungen, Hass und Niedertracht, aber auch Ehrgefühl, Anstand und Liebe - all das vor imposanter Bergkulisse.

Dabei setzte Reinl neben der namhaften Besetzung, darunter Karlheinz Böhm als Tassilo, auf grandiose Landschaftsaufnahmen, gefilmt in buntem Eastmancolor und im überbreiten Ultrascope-Format - frei nach Ganghofer, der erste Verfilmungen seiner Werke in der Stummfilmzeit miterleben durfte: "Wann ich a Filmerl schau, möcht ich mei Freud ham."


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