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Filmporträt Luther

Anfang des 16. Jahrhunderts versetzt der Theologe Martin Luther mit seinen Thesen die Kirche in Aufruhr. Von Papst Leo X. exkommuniziert und von Kaiser Karl V. geächtet, wird Luther zum Ketzer erklärt. In der Bevölkerung finden seine Thesen derweil immer mehr Zuspruch.

Stand: 17.10.2018

Von Selbstzweifeln geplagt: der große Reformator Martin Luther (Joseph Fiennes). | Bild: ARD Degeto/BR/

Deutschland, 1505: Während eines schweren Unwetters entrinnt der junge Martin Luther nur knapp dem Tod. Nach diesem Erlebnis gibt er sein Studium der Rechtswissenschaften auf und wird Mönch im Erfurter Augustinerkloster.

Filminfo

Originaltitel: Luther (D/USA, 2003)
Regie: Eric Till
Darsteller: Joseph Fiennes, Alfred Molina, Peter Ustinov, Bruno Ganz, Claire Cox, Jonathan Firth, Uwe Ochsenknecht
Länge: 110 Minuten
16:9, stereo, VT-UT, Audiodeskription

Schnell zeigt sich, dass Luther ein eigenwilliger und kritischer Geist ist: Schon während seines Theologiestudiums beginnt er, offen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche anzugehen. In seinen mitreißenden Predigten versucht er, den Menschen ihre Angst vor den Sündenstrafen zu nehmen. Damit aber zieht sich der charismatische Theologe den Zorn der Kirchengranden zu.

Als Luther im Jahr 1517 gegen den päpstlichen Ablasshandel 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelt, kommt es zum Eklat. Von Papst Leo X. exkommuniziert, muss er sich vor Kaiser Karl V., dem mächtigsten Herrscher seiner Zeit, verantworten. Als er sich weigert, seine Thesen zu widerrufen, wird er zum Ketzer erklärt. Damit ist Luther vogelfrei.

In einer dramatischen Aktion lässt Friedrich der Weise ihn daher zu seinem eigenen Schutz entführen. Auf der Wartburg findet Luther ein sicheres Versteck. Doch die steigende Popularität seiner Thesen hat einen hohen Preis: Aus dem Unmut der Bürger erwachsen blutige Bauernaufstände. Trotzdem kämpft der idealistische Theologe weiter für eine Reformation der Kirche.

Luther (Joseph Fiennes, rechts) wird von seinem väterlichen Freund und Mentor Johann von Staupitz (Bruno Ganz) vor dem Zorn des Papstes gewarnt.

In der Kinosaison 2003/2004 wurde Eric Tills Kinofilm "Luther" zu einem der großen Überraschungserfolge in den deutschen Kinos. Über drei Millionen Besucher wollten die Biografie des Theologen und Begründers der evangelischen Kirche sehen, die dafür mit dem Preis die "Goldene Leinwand" ausgezeichnet wurde.

Neben dem exzellenten Drehbuch von Camille Thomasson und Bart Gavigan und der mitreißenden Inszenierung profitiert "Luther" vor allem von seinem herausragenden Darsteller-Ensemble, das mit Joseph Fiennes, Peter Ustinov, Uwe Ochsenknecht und Bruno Ganz deutsche und internationale Stars vereint. Ausstatter Rolf Zehetbauer wurde für seine Leistung mit einem "Bayerischen Filmpreis" ausgezeichnet, Regisseur Eric Till gewann bei den 25. Biberacher Filmfestspielen den "Großen Preis der Stadt Biberach".


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