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Kult-Komödie mit Gerhard Polt Kehraus

Böses Erwachen für Gabelstaplerfahrer Ferdinand Weitel: Ausgerechnet am Rosenmontag schwatzt ihm ein Versicherungsvertreter unnötige Versicherungen auf, die fast die Hälfte seines Nettogehalts ausmachen. Kult-Komödie mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger und Dieter Hildebrandt in den Hauptrollen.

Stand: 07.02.2020

Der leicht naive Gabelstaplerfahrer Ferdinand Weitel (Gerhard Polt, rechts) hat sich am Rosenmontag zahllose Versicherungspolicen aufschwätzen lassen, die er nie im Leben brauchen wird und die er zudem gar nicht alle bezahlen kann. Also macht er sich auf den Weg zur Zentrale der Versicherung, um seine Policen zu kündigen. Allerdings herrscht in den Büros bereits feuchtfröhliche Fastnachtslaune. Niemand fühlt sich für Ferdinands Problem zuständig.Der Versicherungsvertreter Arno von Mehling (Nikolaus Paryla, links), der finanziell völlig am Ende ist, will seine Provisionen nicht verlieren und versucht daher, Weitel aus dem Weg zu gehen.   | Bild: BR/Solaris Film GmbH

Der Versicherungsvertreter Arno von Mehling schwatzt dem Gabelstaplerfahrer Ferdinand Weitel ausgerechnet am Rosenmontag überflüssige Versicherungen auf. Schockiert stellt der Arbeiter später fest, dass diese Policen fast die Hälfte seines Nettogehalts ausmachen.

Filminfo

Originaltitel: Kehraus (D, 1983)
Regie: Hanns Christian Müller
Darsteller: Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Nikolaus Paryla, Jochen Busse, Dieter Hildebrandt
Länge: 87 Minuten
16:9, stereo, VT-UT

Er macht bei Frau Waguscheit, einer Angestellten der Versicherung mit dem Namen "Fidelitas", einen Termin aus, um einige der Versicherungen wieder loszukriegen. Er soll an einem Dienstag oder Donnerstag vorbeikommen. Weitel entscheidet sich für den Faschingsdienstag und trifft ausschließlich auf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die alles andere als Arbeiten im Sinn haben.

Der Gabelstaplerfahrer Ferdinand Weitel (G. Polt) und die Sekretärin Annerose Waguscheit (G. Schneeberger) entdecken ihre gegenseitige Sympathie.

Herr von Mehling, der auf seine Provision angewiesen ist, versucht Herrn Weitel konsequent aus dem Weg zu gehen. Keiner im sechsten Stock der Firma weiß allerdings, dass sie alle schon längere Zeit vom Vorstand mithilfe von Überwachungskameras beobachtet werden, mit dem Ziel etliche Mitarbeiter zu feuern, um Kosten einzusparen.

Die Sekretärin Annerose Waguscheit nimmt sich des herumirrenden Weitel an und steuert ihn auf dem hausinternen Faschingsball geschickt durch das Chaos aus Bier, Schampus und Schnaps, aus Intrige und Wollust, bis es nicht nur zur Konfrontation zwischen ihm und Mehling, sondern auch zur explosiven Auseinandersetzung zwischen Chefetage und Mittelbau kommt.

"Kehraus" ist eine witzige, manchmal zynische Satire über die Machtlosigkeit des kleinen Mannes gegenüber den Chefetagen dieser Welt sowie eine Persiflage auf den Fasching.

Die Mitarbeiter der Versicherung, Winfried Deutelmoser (Karl Obermayr) und Gerda Jessike (Helena Rosenkranz).

Im Film werden mehrere fiktive Faschings-Schlager eingespielt ("Heut hau'n wir auf die Pauke" aus der gleichnamigen Episode aus "Fast wia im richtigen Leben", "Ich esse Rindsbratwurst", "Im Böhmerwald, da ist es kalt", "Ich bin ene Vampir"), die sich durch ausgesprochen sinnlose Texte auszeichnen - sozusagen als Persiflage auf den Fasching.

Das Drehbuch wurde 1984 mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet und Gerhard Polt bekam im gleichen Jahr den Ernst-Lubitsch-Preis für seine komödiantische Leistung. Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten war "Kehraus" 25 Jahre nicht im Fernsehen zu sehen.

"Die böseste deutsche Komödie seit Langem … Das Kino hat jedenfalls einen Komiker dazugewonnen, dem ideal die Gratwanderung zwischen Parodie und Rollen-Komik, anarchischem Witz und engagierter Humanität liegt."

(Eckhart Schmidt, Münchner Merkur, Nov. 1983)


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