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Langzeitdokumentation über eine Waldorfschulklasse (Teil 2) Eine Brücke in die Welt

Eine Klasse und ihre Lehrerin in der Waldorfschule im bayerischen Landsberg am Lech, acht Jahre bleiben sie beisammen, acht Jahre begleiten wir sie dokumentarisch. In "Guten Morgen, liebe Kinder" haben wir die ersten drei Schuljahre beobachtet. "Eine Brücke in die Welt" ist nun der zweite Teil dieser Langzeitdokumentation.

Stand: 13.04.2017

Die Kinder der Klasse | Bild: BR / Maria Knilli

Eine Waldorfschule im oberbayerischen Landsberg am Lech: Seit ihrer Einschulung im September 2007 und bis zum Abschluss der achten Klasse im Juli 2015 wird die von Klassenlehrerin Frau Umbach geführte Schulklasse gemeinsam lernen. Über den gesamten Zeitraum begleitet Regisseurin Maria Knilli den Unterricht für ihre im Auftrag des Bayerischen Rundfunks entstehende dreiteilige Langzeitbeobachtung, mit der Kamera ist sie längst selbstverständlicher Bestandteil der Klasse geworden. Der 2010 fertiggestellte erste Teil "Guten Morgen, liebe Kinder" schilderte die ersten drei Schuljahre der Kinder.

"Nach dem Erfolg des ersten Teils „Guten Morgen, liebe Kinder“ über die erste bis dritte Klasse wurden wir beim Bayerischen Rundfunk immer wieder gefragt: Wann kommt denn endlich der zweite Teil? Die vielen, durchweg positiven Reaktionen freuen uns, denn es war durchaus ein Wagnis, sich auf eine solche Langzeitbeobachtung einzulassen. Über acht Jahre die Kinder in ihrem Klassenzimmer zu beobachten, wie sie eine Gemeinschaft werden, wie sie gemeinsam lernen, wie aus Kindern Jugendliche werden, wie sie zusammen mit ihrer Lehrerin die Welt entdecken, das ist eine faszinierende Chance – aber auch ein aufwendiges Projekt, das so wohl nur mit einem öffentlich-rechtlichen Sender entstehen kann."

Thomas Sessner, Redakteur.

Mit "Eine Brücke in die Welt" liegt nun der zweite Teil der einzigartigen Langzeitdokumentation vor, der sich mit dem vierten bis sechsten Schuljahr beschäftigt; einem Zeitraum, in dem das Klassenzimmer eine sich stets wandelnde Lernwerkstatt ist und die Kinder Schritt für Schritt das selbständige Arbeiten üben. "Eine Brücke in die Welt" lässt dabei die äußere wie innere Entwicklung der Kinder miterleben und zeigt, wie aus hingebungsvollen Viertklässlern nachdenkliche und kritische Sechstklässler werden.

Filminfo

Originaltitel: Eine Brücke in die Welt (D, 2010)
Regie: Maria Knilli
Länge: 90 Minuten

Zu sehen ist, wie die Zehnjährigen in der vierten Klasse im Galopp ihre Heimatstadt erkunden. Sie teilen Äpfel, um sich das Bruchrechnen anzueignen. Sie studieren für ihre Eltern ein Singspiel in Dirndl und Lederhosen ein – samt Klassenorchester und Gesangseinlagen auf der großen Bühne der Schule. Die Klasse stemmt ein anspruchsvolles Projekt: Zu Fuß geht sie – verteilt über den Zeitraum von acht Jahren – in Etappen von Landsberg nach Venedig.

Acht Jahre verbringen die Kinder der Waldorfschule im bayerischen Landsberg am Lech in ihrem Klassenverbund.

In der fünften Klasse steht eine entscheidende Wegstrecke an, wenn die ganze Klasse zusammen mit der Lehrerin und einigen Eltern zu Fuß den Alpenhauptkamm bei 3019 Höhenmetern überwindet – eine eindringliche Erfahrung für die Klassengemeinschaft, die zeigt, dass "Starke" plötzlich schwach und "Schwache" stark sein können. In der sechsten Klasse recherchieren die mittlerweile Zwölfjährigen selbstständig in Gruppen über die unterschiedlichen Länder Europas und referieren vor der Klasse. Und jeder Schüler schreibt einen frei erfundenen Text für ein Hörbuch. Das Klassenzimmer wird schließlich sogar zum Tonstudio, wenn eine der Geschichten von allen gemeinsam vertont wird.

Im Gegensatz zu "Guten Morgen, liebe Kinder" kommen in dem zweiten Teil der Langzeitdokumentation erstmals auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler zu Wort, die mit ihrer Entscheidung für eine Waldorfschule bewusst eine Alternative zur herkömmlichen Schulpädagogik gewählt haben.

Regisseurin Maria Knilli

Regisseurin Maria Knilli

Maria Knilli, geboren 1959 in Graz und aufgewachsen in Westberlin, ist Absolventin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF). Seit 1980 ist sie als freischaffende Autorin und Regisseurin für Kinospielfilme, TV-Krimis, Theaterinszenierungen, Theaterverfilmungen und Dokumentarfilme tätig. Maria Knilli inszenierte u. a. den BR-Polizeiruf "Feuer!" (1996) und den BR-Tatort "Die chinesische Methode" (1990). Von 1983 bis 1987 moderierte sie für den BR die Fernsehmagazine "kino kino" und "Da schau her". Für das Kino schrieb und inszenierte sie u. a. "Lieber Karl" (1984, Bundesfilmpreis für Regie) und "Follow Me" (1988, deutscher Wettbewerbsbeitrag beim Internationalen Filmfestival Moskau).

Dritter Teil "Auf meinem Weg" am 16.5.17 im BR Fernsehen


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