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Karstlöcher zwischen Schneedünen und Schneefinken Winterwandern auf dem Gottesackerplateau

Im Tal hat in den letzten beiden Wochen ja schon der Frühling seinen Einzug gehalten, oben in den Bergen aber ist noch Winter. Wer Schnee sehen und gleichzeitig die schon wärmende Märzsonne genießen will, der ist jetzt am Hohen Ifen im Kleinwalsertal gut aufgehoben. Von der Bergstation der Ifenbahn führt in 2000 Meter Höhe ein fünf Kilometer langer Panorama-Rundweg über das Gottesackerplateau.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 09.03.2019

Karstlöcher zwischen Schneedünen und Schneefinken | Bild: BR; Georg Bayerle

Über fünf Quadratkilometer erstreckt sich die einsame Karstlandschaft des Gottesackers – im Winter eine einsame weiße Welt.

Ein weiter See bis zum Widderstein

Vom zerfurchten Schrattenkalk aus der Kreidezeit ist jetzt nichts zu sehen, nur Schnee soweit das Auge reicht: Dünen, Wächten und Wadis ganz in Weiß, darüber Wolken wie Wattebäusche und ein Himmel so blau wie die Markierungsstangen am Rundwanderweg über das Gottesacker-Plateau. Alle Karstlöcher und Felsspalten sind noch mit Schnee gefüllt, bis zu 20 Meter hoch – oder besser gesagt „tief“. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, über diesen geheimnisvollen Untergrund zu wandern. Die Landschaft scheint so monoton wie das Stapfen durch den Schnee – aber nur auf den ersten Blick, denn manchmal wechselt die Stimmung stündlich. Wolken färben den Schneeteppich plötzlich drohend dunkelgrau, dann wieder blendend weiß. Das fasziniert auch die Helfer von der Ifen-Bergbahn, die mit dem Snowmobil auf dem Gottesacker-Rundweg unterwegs sind, um erschöpfte Wanderer aufzugabeln und rechtzeitig zurück zur letzten Talfahrt der Bahn zu bringen. Denn je nach Schneekonsistenz kann das Wandern im Schnee ganz schön anstrengend sein. Pulverschnee raubt am meisten Kraft, am besten „geht“ es, wenn die Schneedecke leicht verharscht ist.

Aus dem Nebelmeer

Stöcke gehören unbedingt zur Wanderausrüstung – ebenso Sonnencreme, denn die Intensität der UV-Strahlen ist in dieser gleißenden Schneelandschaft enorm – wie auch die Aussicht. Von Krottenkopf und Kratzer, Trettach, Mädelegabel und Widderstein im Süden schweift der Blick nach Nordwesten bis zum Bodensee. Licht und Schatten spielen mit den Schneedünen und bringen bei den Wanderern die Fantasie in Schwung, und irgendwie würde es einen nicht wundern, wenn einem hier in einer Schneesenke der Yeti begegnen würde. Ganz real sind dagegen die Schneefinken in dieser baumlosen Einöde. Ihr Zuhause haben sie im „Bergadler“, der Bergstation der Ifenbahn. Dort werden den Winterwanderern und Skifahrern deftige Suppen serviert und den Schneefinken Sonnenblumenkerne.

Karte: Das Gottesackerplateau

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Karte: Das Gottesackerplateau


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