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Fotofallen im Nationalpark Berchtesgaden Schnappschüsse aus dem verborgenen Leben der Wildtiere

Gerade im Hochwinter bleiben Wildtiere für unsere Augen meistens unsichtbar. Sie hinterlassen allenfalls ihre Spuren im Schnee, ansonsten wirkt die Landschaft oft unbelebt. Was aber wirklich los ist, untersucht der Nationalpark Berchtesgaden mit Hilfe von Fotofallen.

Von: Georg Bayerle

Stand: 01.03.2019

Berchtesgaden: Ein Hase springt durchs Bild | Bild: BR/Georg Bayerle

Sie reagieren auf Bewegung und halten Tiere, die vorbeikommen, auf Schnappschüssen fest. Auf diese Weise zeigt sich das verborgene Leben der Wildtiere. Alle paar Wochen, wenn es die Bedingungen zulassen, wird nachgeschaut, was die versteckte Kamera aufgenommen hat.

Ein Fuchs schnuppert an der Spur eines anderen Fuchses.

An 20 Stellen hängen im ganzen Nationalpark verteilt die versteckten Kameras an den Bäumen. Es geht querfeldein zu Plätzen, an denen normalerweise keiner vorbeikommt außer den Wildtieren. Die alpenweit derzeit prominentesten Tiere werden wir aber auch auf den versteckten Kameras kaum antreffen, sagt der Fotofallen-Experte Jochen Grab. Der Leiter der Nationalpark-Ranger hat vor zehn Jahren mit der systematischen Fotodokumentation angefangen. Sie ergänzt das Bild, das die im Schnee hinterlassenen Spuren ergeben.

Jochen Grab lädt die Bilder der Wildkamera auf seinen Laptop.

Für den geübten Fährtenleser aber erzählen auch die Tierspuren selbst eine Geschichte. Vor lauter Spuren passt man nicht mehr auf und die Jacke bleibt in den Zweigen hängen. Dann sind wir da: In Kniehöhe ist der Apparat montiert. Die Kameras reagieren auf Bewegung und mit ihrem Infrarotlicht auch nachts. Jochen Grab kauert auf dem Waldboden und lädt den Chip auf seinen Laptop – mit Jagdglück in den Augen.

Ungeachtet der Schneehöhe sind die Füchse in der Paarungszeit aktiv, damit pünktlich zur warmen Jahreszeit die Jungen geboren werden. Solche Bilderserien zeigen die Ranger auf ihren Führungen auch den Gästen. So setzt sich aus Schnappschüssen ein Bild der Tierwelt im Nationalpark zusammen, die sonst, gerade im Winter, bis auf die Spuren nahezu unsichtbar bleibt. Schnell wird klar, dass sich unbeobachtet vom Menschen ein reges Leben abspielt. Die Tiere sind unscheinbar, aber sie sind da - und es ist gerade als Bergsteiger wichtig, sich dessen bewusst zu sein, um sie nicht zu stören.

Karte: Nationalpark Berchtesgaden

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Nationalpark Berchtesgaden


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