3

Wandern im Wurzbachtal Unterwegs auf den Spuren der Flößer im Fichtelgebirge

Die Flößerei ist ein sehr altes Gewerbe. Noch bis vor hundert Jahren wurden Baumstämme und Holz schwimmend auf den Flüssen transportiert, auch im Fichtelgebirge. Mit dem Fichtelgebirgsverein kann man auf den Spuren der Flößer wandern und viel Wissenswertes über die damalige Zeit erfahren.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 05.04.2019

Unterwegs auf den Spuren der Flößer im Fichtelgebirge | Bild: BR; Ulrike Nikola

Der Wurzbach plätschert durch das tief eingeschnittene, malerische Wurzbachtal. Einst war er für die Flößerei sehr wichtig, denn der Wurzbachweiher ist einer von vier Teichen, die eigens aufgestaut wurden zum Flößen. Im Winter wurde das Holz auf Schlitten zum Weiher transportiert, der dann später im Frühjahr abgelassen wurde, damit das Hol nach Bayreuth geflößt werden konnte. Es waren keine langen Holzstämme, sondern Meterholz, und man hat auch nicht vom Flößen gesprochen, sondern vom Triften. Das Holz diente in erster Linie dazu, das Schloss des Markgrafen zu beheizen, erzählt Wanderführer Günter Nölkel von der Ortsgruppe Warmensteinach des Fichtelgebirgsvereins.

Der Wurzbachweiher ist für das Flößen des Holzes wichtig

Die Flößerei war eine harte Arbeit für die Menschen. Mit langen Eisenstangen standen sie am Ufer und haben das Holz weitergeschoben. Zudem gab es verschiedene Wehre, wo das Wasser der Steinach zu den einzelnen Hammerwerken abgeleitet wurde. Namen wir Grenzhammer, Waffenhammer, Zainhammer, Oberer und Mittlerer Hammer erinnern noch heute daran. Mit einem großen Hobel wurde in den Hammerwerken das Holz abgeschabt und die Holzwolle dann gepresst und abtransportiert.

Ihre wohl größte Hoch-Zeit erlebte die Flößerei in Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als die Industrialisierung in vollem Gange war. Auch im Fichtelgebirge wurde Holz für die Produktion von Glas, Porzellan und Perlen gebraucht. Man hat die Berge ziemlich abgeholzt und erst um 1900 wieder aufgeforstet. Vor allem Frauen haben im Wald kleine Setzlinge gepflanzt, meist schnell wachsende Fichten.

Erklärungen am Wegesrand

Vom Wurzbachtal führt die rund acht Kilometer lange Rundwanderung auf den Spuren der Flößer über den Schanzberg und teilweise auf dem geologischen Wanderweg des Geoparks Bayern-Böhmen. Im Steinachtal finden sich vor allem Phyllit, ein bröseliges Schiefergestein, sowie Quarzsand und Kaolin, eine wichtige Grundlage für die Porzellan- und Glasindustrie. Anfang der 1970er Jahre gab es noch rund 500 Arbeitsplätze in der Glasindustrie in Warmensteinach. Davon sind heute immerhin noch hundert übrig. Die Flößerei jedoch ist schon lange passé. Mit dem Bau der Eisenbahn 1892 wurde das Holz dann per Bahn verfrachtet. Die Eisenbahn machte zwar der Flößerei ein Ende, dafür aber begann dann der Fremdenverkehr.

Karte: Das Wurzbachtal

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Das Wurzbachtal


3