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Wandern im Tennenloher Forst Unterwegs zwischen Wildpferden und Burgsandstein

Es gibt Abenteuer, die liegen direkt vor der Haustüre. Im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen zum Beispiel befindet sich bei Tennenlohe ein riesiger ehemaliger Truppenübungsplatz, der heute unter Naturschutz steht und eine echte Schatzkammer voller seltener Pflanzen und Vögel ist.

Von: Sabine Göb

Stand: 22.11.2019

Wandern im Tennenloher Forst: Die vierbeinigen Landschaftspfleger Przewalski-Pferde bei der Arbeit | Bild: BR/Sabine Göb

Bitte auf den Wegen bleiben – im Tennenloher Forst kann das lebensrettend sein, erklärt Anja Tauber, die zuständig ist für das rund 900 Hektar große Naturschutzgebiet „Tennenloher Forst“. Nur die befestigten Wege sind entmunitioniert, weshalb man sie also keinesfalls verlassen sollte! Das aber stellt die Disziplin der Wanderer auf eine harte Probe, denn in einiger Entfernung liegen sie malerisch in der Sonne: vierbeinige, sehr hübsche Landschaftspfleger. Es sind kleine wilde Pferde – Przewalski-Wildpferde - die im gesamten Gebiet eine wichtige Aufgabe als grasende Landschaftspfleger erfüllen. So bereiten sie Platz für die vielen anderen Bewohner des Gebietes, die man auf dieser Wanderung entdecken kann.

Der magere Boden bringt erstaunliche Blüten hervor, er wird bis zu 70 Grad heiß in der Sonne.

Förster Reinhard Brehm erzählt über die extreme Landschaft, die mit den offenen Sandflächen ihren Bewohnern viel abverlangt. Bei massiver Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Boden auf bis zu 70 Grad. Pflanzen benötigen zum Überleben daher lange Wurzeln. Auch die vielen hochbeingien Käferarten veranschaulichen die Anpassung an diese karge sandige Landschaft. Auf dem mageren Boden hat sich eine ganz eigene Pflanzenwelt entwickelt, die alles andere als eintönig ist: gelber Ginster, weißes Schaumkraut, lila Thymian. Zwischen den Sandflächen, an deren Rändern sich die Wege entlang schlängeln, zeigen sich immer wieder Gesteinsformationen, die sanft in bauchiger Hügelform ein paar Meter emporragen. Es handelt sich um Burgsandstein, der viele Tierarten erfreut. Kleine Reptilien sonnen sich auf den warmen Felsen und haben in kleinen Tümpeln ihren Lebensraum. Auch viele Vogelarten fühlen sich hier wohl: Schnepfen, Ziegenmelker, Heidelerchen und Raben.

Viele Wege durchziehen den Tennenloher Forst, von einer kleinen Wanderung bis zu mehrstündigen Exkursionen ist alles möglich, und ein ausgiebiger Blick auf die entspannten wiehernden Landschaftspfleger ist fast immer inklusive.

Karte: Tennenloher Forst

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Karte: Tennenloher Forst


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