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Zwischen Winter und Frühling Eine Wanderung vom Tegernsee zum Schliersee

Die Wanderung vom Tegernsee zum Schliersee ist quasi ein Klassiker in den bayerischen Voralpen und ideal, um sich so langsam auf die Wandersaison einzustimmen – eine Tour zwischen Winter und Frühling oder anders gesagt zwischen Schmelzwasser und Sonnenbrand, zwischen Schnee und See.

Von: Barbara Weiss

Stand: 16.04.2021

Vom Tegernsee zum Schliersee | Bild: BR; Barbara Weiß

Die Gipfel, auch in den bayerischen Voralpen, sind noch weiß. Ohne Grödel und Stöcke kann es da schnell rutschig und gefährlich werden, selbst bei einer Wanderung von See zu See. Der gut markierte Weg vom Tegernsee zum Schliersee ist auch für Wandereinsteiger und Familien geeignet ist und bietet herrliche Aussichten. Außerdem lässt sich die Tour problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Tegernsee. Nach circa zwölf Kilometern Fußmarsch und rund 500 Höhenmetern ist dann das Ziel, der Bahnhof in Schliersee, erreicht. Wer noch an diesem Wochenende zu dieser Wanderung starten will, darf aber eine Brotzeit nicht vergessen, denn wegen Corona gibt es im Berggasthof Neureuth und auf der Gindelalm derzeit keine Einkehrmöglichkeit.

Ausgangspunkt Bahnhof

Am Bahnhof am Ufer des Tegernsees blüht schon der Frühling. Doch mit jedem Schritt nach oben durch den Bergwald geht man wieder dem Winter entgegen.  Auf halber Höhe wird der Waldboden langsam weiß, bald reicht ein T-Shirt nicht mehr aus und die Jacke wird aus dem Rucksack geholt. Auf dem Weg liegt zwar noch Schnee, aber er ist trotzdem gut zu gehen. Die wenigen Wanderer genießen das traumhafte Panorama. Auf den Bergen glänzt es noch weiß, unten im Tal schimmert der Tegernsee blau – eben eine echt weiß-blaue Landschaft!

Auch wenn es durch den Wald steil bergauf geht, haben selbst die Kinder beste Laune. Denn der menschenleere Wald ist offenbar gar nicht so leer wie die Erwachsen glauben. Er ist voll von fabelhaften Wesen. Getrieben von Trollen, Riesenameisen und Pferden ist dann bald der höchste Punkt erreicht: die Neureuth auf 1264 Metern. Hier flattern tatsächlich schon zitronengelbe Schmetterlinge durch die Frühlingsluft.

Rastplatz mit Blick auf den Tegernsee

Als Belohnung für die Aufstiegsmühen gibt es auf einer gemütlichen Bank mit Weitblick eine Brotzeit und für alle jede Menge Eier - aus Schokolade und auch hart gekochte, noch von Ostern.

Auf dem Weg zur Gindelalm

Gestärkt und ausgerüstet mit Stöcken stapfen wir weiter durch den immer sulziger werdenden Schnee in Richtung Gindelalm, einmal quer über den Bergrücken zwischen Tegernsee und Schliersee. Rund um die Gindelalm ist schon Frühling. Überall tropft es, aus den Tropfen werden Rinnsale und Bäche. Zusammen mit uns bahnt sich das Schmelzwasser seinen Weg ins Tal. Der Abstieg zum Schliersee ist ein echter Schmelz-Wildwasserweg. Glücklich, wer gute Schuhe und noch trockene Füße hat!

Nach fünf Stunden ist der Schliersee erreicht, den schon Ruder- und Tretboote bevölkern. Auch die Kinder, die oben am Berg in den Schnee eingesunken sind, lassen es sich zum Abschluss der Tour jetzt nicht nehmen, die Beine noch einmal ins Wasser zu halten – nicht in gefrorenes, sondern in das eiskalte Wasser des Schliersees.

Karte: Schliersee

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Karte: Schliersee


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