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Schmauzenberg, Jakobi-Bichl und Mühlegg Rund um Rottenbuch im Pfaffenwinkel

Eine Wanderung muss nicht immer auf einen hohen Berg führen. Das Ziel kann auch eine traumhafte Runde in der Natur mit Aussichtspunkten, Wiesen, Wald und an Pfingsten vielleicht auch mit einer Kirche sein. Im Landkreis Weilheim-Schongau lässt es sich rund um Rottenbuch wandern, verbunden mit dem Besuch der Klosterkirche Mariä Geburt.

Von: Chris Baumann

Stand: 30.05.2020

Schmauzenberg, Jakobi-Bichl und Mühlegg | Bild: BR; Chris Baumann

Start der dreieinhalbstündigen Wanderung durch die Voralpenlandschaft des Pfaffenwinkels ist der Fohlenhof-Parkplatz in Rottenbuch. Im Ortsteil Solder geht es dann zwischen den Häusern und Gärten gleich leicht bergauf. Bürgermeister Markus Bader verweist auf das schöne kleine „Wasserhäusle“, das eine Quelle umfasst. Aus den Moränenhängen sprudeln viele Quellen und das war sicher auch mit ein Grund, warum sich hier zuerst Eremiten und später Mönche niedergelassen und das Kloster Rottenbuch gegründet haben.

Die Schutzengelkapelle von einem Bauunternehmer zum Dank erbaut

Gleich hinter Solder beginnt die unberührte Natur. Wiesen und Wald wechseln sich ab. Auf dem kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt Mühlegg kommt man am Waldrand an der Schutzengelkapelle vorbei: Erbaut wurde sie von einem Bauunternehmer aus Rottenbuch zum Dank für sein Lebensglück. Das Mühlegg ist zwar nur 926 Meter hoch, wartet aber neben einer grandiosen Aussicht auch mit Gipfelkreuz und Gipfelbuch auf. Der Blick reicht von der Benediktenwand über Hörnle, Wank, Notkarspitze, Zugspitze, Hohe Bleick und Säuling bis zu den Tannheimer Bergen. Auf den Wanderkarten ist der kleine Gupf als Mühlegg eingetragen. So wird er aber nicht von allen Einheimischen genannt, erzählt Rottenbuchs Altbürgermeister Andreas Keller: Mühlegg sagen nur die Wildsteiger, in Rottenbuch sagt man dagegen Jakobi-Bichl, Vermutlich rührt die Bezeichnung Jakobi-Bichl von den Jakobifeuern her, die dort angezündet wurden.

Farbige Kuhimpression auf dem Weg zum Pestfriedhof

Vom Mühlegg führt die Wanderung zuerst auf dem gleichen Weg zurück und dann weiter Richtung Norden zum Pestfriedhof, der 1633 außerhalb des Ortes angelegt wurde und bis heute gepflegt wird. Ein roter Milan kreist über den Wiesen auf der Suche nach Beute. Die Wiesen sind nur zum Teil gemäht, denn die hügelige und kleinteilige Struktur der Landschaft mit Einschnitten, Baumzeilen und Waldparzellen erschwert das flächige Mähen.

Blick auf die Kirche Mariä Geburt

Am Fuß des Schmauzenbergs führt die Wanderung dann in die Talbachschlucht. Den so genannten Schluchtenweg gibt es schon Jahrhunderte. Vom Dorf Krummengraben sind die Kirchgänger einst zu Fuß durch die Schlucht zum Gottesdienst gepilgert. Vorbei an den ehemaligen Klosterweihern geht es dann zurück in den Ort Rottenbuch und durch das Tor hinein ins ehemalige Kloster. Zum Kloster gehört auch die auf der Wanderung immer wieder in den Blick rückende Kirche Mariä Geburt. Fast wäre das 900 Jahre alte und bedeutende Kloster 1803 der Säkularisierung zum Opfer gefallen. Für den engagierten Ortspfarrer Josef Fegg ist vor allem auch die Klosterkirche etwas ganz Besonderes. Er bezeichnet sie als einen „Festsaal des Lebens“. Die Schönheit des Stucks und der Figuren und der barocke Überschwang korrelieren mit der theologischen Botschaft des Raumes, die das Leben an sich feiert.

Karte: Die Klosterkirche Mariä Geburt

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Karte: Die Klosterkirche Mariä Geburt


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