5

Wildes Wasser unterm Schloss Durch die Pöllatschlucht

Fünf Jahre lang war sie wegen Felsstürzen und Steinschlaggefahr gesperrt – gestern wurde die Pöllatschlucht bei Hohenschwangau wiedereröffnet. 550.000 Euro wurden investiert, um ein geologisches Gutachten zu erstellen, den Steig zu erneuern und die Felsen zu sichern. Wer hier durchwandert und es nicht weiß, der würde nie vermuten, dass auf den Felsen direkt über der Schlucht Schloss Neuschwanstein thront.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 09.05.2019

Eingang Pöllatschlucht | Bild: BR/Andrea Zinnecker

Fünf Jahre lang war sie wegen Felsstürzen und Steinschlaggefahr gesperrt – gestern wurde sie wiedereröffnet: die Pöllatschlucht bei Hohenschwangau, ein geologisches und geschichtliches Kleinod. 550.000 Euro wurden investiert, um ein geologisches Gutachten zu erstellen, den Steig zu erneuern und die Felsen zu sichern. Nun ist der Sommerwanderweg durch die Pöllatschlucht wieder begehbar, und wer hier durchwandert und es nicht weiß, der würde nie vermuten, dass auf den Felsen direkt über der Schlucht Schloss Neuschwanstein thront.

Schloss Neuschwanstein thront über der Pöllatschlucht

Als König Ludwig II. von der Staatskommission aus München verhaftet werden sollte, versuchten ihm einheimische Bauern, Hirten und Holzer durch die Pöllatschlucht zu Hilfe zu kommen. Auch viele Sagen und Mythen ranken sich um die Schlucht – kurzum, die Pöllatschlucht ist ein ganz besonderer alpiner Ort der Kraft.

Pöllat kommt von Bellat. Im Keltischen bedeutet das „donnernder Bach“. Nach starken Regenfällen schießt das Wasser aus dem Ammergebirge tosend durch die enge und von schroffen Felswänden gesäumte Schlucht – es „bellt“ regelrecht, vor allem am unteren Eingang zur Schlucht, an der historischen Gipsmühle. Hier, so erklärt der Schwangauer Geologe Peter Nasemann, erfolgt morphologisch auf nur einem Meter der abrupte Übergang vom Alpenvorland ins Hochgebirge.

Wildes Wasser schießt durch die Pöllatschlucht - es "bellt"

Kein Wunder also, dass sich hier verschiedene Kräfte bündeln und die Pöllatschlucht auch für Geomanten wie Maja Pogacnic eine ideale Spielwiese ist. Sie fühlt schwere, negative Energie in der nur knapp 400 Meter langen Schlucht, gegen die sich der Wanderer stemmen muss. Das bestätigt auch die Sagenerzählerin Ulrike Aicher, war es doch einst die Aufgabe der Kapuziner, negative Energien in Schluchten zu bannen.

Wie dem auch sei - die Kräfte und Energien der Pöllatschlucht beflügeln in jedem Fall die Fantasie der Wanderer und verleiten sie schon mal zu kleinen esoterischen Experimenten. An einem umgestürzten Baum über der Pöllat lässt sich zum Beispiel ein Pendel befestigen und in Schwingung versetzen. Ob durch die natürliche geologische Strahlung oder durch andere Kräfte – das sei dahingestellt. Wettersteinkalk und Hauptdolomit, Radiolarit und Buntmarmor – die Gesteinsvielfalt ist jedenfalls groß in der Pöllatschlucht und der Wasserfall unterhalb der Marienbrücke vis-à-vis von Schloss Neuschwanstein ein Naturschauspiel für sich. In gut 90 Meter Höhe schwingt sich die Marienbrücke über die Pöllatschlucht und verursacht tagtäglich Hunderten von Schlosstouristen Gänsehaut.

Unter der Marienbrücke

Zurück in die Schlucht - während der eine hier zum Pendel greift, streift der andere mit der Wünschelrute durch die Schlucht und misst die Bovis-Einheiten, also die Stärke der feinstofflichen Lebensenergie. Eine Wanderung durch die Pöllatschlucht kann das natürliche energetische Gleichgewicht des Menschen positiv beeinflussen, meint jedenfalls der Bioenergetiker und Radiästhesist Josef Schweinberger aus Unterdiessen. Der Bovis-Durchschnittswert liegt hier bei 7000, stellenweise sogar bei 50.000 Einheiten – in jedem Fall eine stark vitalisierende Energie. „Typisches Feenland“, sagt Josef Schweinberger. Feen und Elfen, Zwerge und Riesen, Geistermönche und Feuerpudel – der Märchenkönig hätte wohl seine Freude gehabt am Leben und Treiben in der Pöllatschlucht.

Karte: Pöllatschlucht

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Pöllatschlucht


5