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Orchideen-Wanderung im Nürnberger Land Auf Blütenpirsch im Weißen Jura bei Hirschbach

Manchmal ist der Weg – oder besser gesagt: der Wegesrand - das Ziel, so wie zum Beispiel bei einer Orchideen-Wanderung im Nürnberger Land. Bei Hirschbach hat Naturführerin Daniela Reisch eine Wanderung ausgetüftelt mit dem Ziel, die oft versteckten Orchideen zu entdecken.

Von: Sabine Göb

Stand: 30.05.2019

Orchideen: Frauenschuh | Bild: BR/Sabine Göb

Auf Blütenpirsch geht es erst flott bergauf und vom Hirschbachtal hinein in die Dolomit-Formationen des Weißen Jura. Dabei erzählt Daniela Reisch, dass die Orchideen hier ebenso zahlreich wie unscheinbar gedeihen. Orchideen mögen es nährstoffarm, weshalb ihnen hier zugutekommt, dass kaum gedüngt wird. Was den Landwirt grämt, freut Tiere und Pflanzen.

Orchideen-Wanderführerin Daniela Reisch hat Vogelnestwurzen entdeckt.

Der Pfad führt durch lichten Buchenwald, aber es ist kein ausgeschilderter Wanderweg, sondern eine Route „querfeldein“. Es gilt, die geschützten Pflanze zu entdecken und lediglich anzuschauen, keinesfalls zu pflücken!

Die Gegend zwischen Franken und dem Oberpfälzer Jura ist ein Geheimtipp unter Orchideen-Kennern, denn die Blumen finden hier ideale Bedingungen. Es gibt an die 35 verschiedene Arten vom Weißen Waldvögelein bis zur rotbraunen Fliegenorchis. Doch es braucht den genauen Blick, um sie zu entdecken, und dazu viel Zeit - mindestens zwei bis drei Stunden dauert die Rundwanderung.

Ein Highlight sind rund 50 Frauenschuhe, die plötzlich ein paar Meter neben dem Weg stehen, darunter auch so genannte „Doppeldecker“. Die sensiblen Schönheiten benötigen oftmals zehn Jahre, bis sie Blüten bilden. Wie bei allen Orchideen muss auch beim Frauenschuh der Platz genau passen, die Pflanzen brauchen genug Licht und einen speziellen Pilz, an dem sie schmarotzen können, sonst wachsen sie nicht.  

Karte: Hirschbach

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Hirschbach


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