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Unterwegs im Odenwald Zur verwunschenen Burgruine Wildenberg

Im Odenwald thront über dem idyllischen Mud-Tal eine verfallene und doch malerische Ritterburg aus der Stauferzeit: Die Burgruine Wildenberg (auch Wildenburg genannt). Dort ließ sich schon Wolfram von Eschenbach inspirieren, als er Teile des berühmten Parsifal geschrieben hat.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 11.10.2019

Odenwald: Weg zur Burgruine Wildenberg | Bild: BR/Ulrike Nikola

Heute können Wanderer den Besuch der Burg mit einer wunderschönen Rundwanderung durch den Odenwald verbinden und ein sehenswertes Waldmuseum besuchen. Burg und Museum - beides liegt am Rande des unterfränkischen Landkreises Miltenberg, genau an der Grenze von Bayern und Baden-Württemberg.

Entlang der Mud führt der Wanderweg durch das gleichnamige Tal, das von den Fichten und Kiefern des Odenwalds eingerahmt wird. Von Kirchzell gehen wir zwei Kilometer stromaufwärts und dann stramm bergauf in Richtung Burgruine Wildenberg:

Ein Muss für Wagner-Fans

Kamin aus dem Parsifal

Die Wildenburg wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Sie thront nicht nur wunderschön über dem Mud-Tal, sondern ist auch bedeutend wegen ihrer schönen Steinmetzarbeiten, von denen man immer noch einige erkennen kann. Und wegen eines Pergaments, das darauf hinweist, dass Wolfram von Eschenbach eine Zeit lang auf der Burg gelebt hat und dort Teile seines berühmten Parsifals verfasste. Für Wagner-Opern-Fans also fast ein Muss.

"Hier stehen wir vor diesem großen Kamin. Der hat ungefähr eine Fläche von acht Quadratmetern und eine Tiefe von zwei Metern. Er ist ein mächtiger Kamin, der auch im Parsifal vorkommt. Im Parsifal wird dieser Kamin mit dem auf der Gralsburg verglichen"

. Gästeführerin Martina Albert

Von einem Wehrturm, der schon immer unbewohnt war und ausschließlich dem Schutz vor Feinden diente, kann der Besucher der Burgruine über das schöne Mud-Tal bis nach Amorbach und über die Wälder ringsherum blicken.

Die Burg war früher der Amtssitz der Kurmainzer und im großen Pallas wurde auch Gericht gehalten - davon zeugen noch die großen Fenster, denn man sollte von außen den Prozessen zuschauen können. Doch der Bauenrkrieg 1525 zerstörte nicht nur die Burg, sondern auch ihre Bedeutung. Und so ist die Burg seit jener Zeit nur noch eine Ruine. Doch gerade die langsam verfallenden Mauern und Fresken strahlen eine besondere Schönheit aus. Als Foto-Motiv ist die Burg Wildenberg bis heute von großer Bedeutung. Einfach schön! 

Waldmuseum im ältesten Bauernhaus des Odenwalds

Buntsandstein im Odenwald

Von der Wildenburg führt die Wanderung durch den Wald nun etwas gemächlicher bergauf bis zu dem kleinen Ort Preunschen. Auf dem Hochplateau angekommen stößt man direkt auf das Wattenbacher Haus. In diesem ältesten erhaltenen Bauernhaus des Odenwalds ist heute ein sehenswertes Waldmuseum untergebracht. Besonders schön sind geschnitzte Bücher in der Holzbibliothek. Die gefährliche Arbeit der Zapfenpflücker wird im Waldmuseum ebenso gezeigt wie Nutzung des Waldes von der Steinzeit bis heute.

Durch den Odenwald wandern – weiter geht es vom Museum über die Wiesen und Felder der Preunschener Höhe, später in den Wald hinein und hinunter ins Gabelbachtal. Nach abwechslungsreichen vierzehn Kilometern gelangt man wieder zurück an den Ausgangspunkt in Kirchzell.

Karte: Burgruine Wildenberg

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Karte: Burgruine Wildenberg


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