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Wandern auf den Lofoten Fischersteige und Bergpfade im Nordmeer-Inselreich

Hoch im Norden Europas liegt ein Wanderparadies mitten im Meer: die Inselgruppe der Lofoten. Dort, wo einst im Winter zehntausende von Fischern zusammenkamen, um Dorsch zu fangen, ihn zu trocknen und als Stockfisch rund um die Welt exportierten, treffen sich heute fast zu jeder Jahreszeit Naturliebhaber und Wanderbegeisterte.

Von: Andreas Pehl

Stand: 17.06.2021

Lofoten-Nusfjord: Mit dem Aufkommen der Motorschifffahrt ist der Ort eingeschlafen  | Bild: BR/Andreas Pehl

Hohe Berge ragen hier direkt aus dem Meer mehrere hundert Meter in die Höhe. Auf alten Fischersteigen und unbekannten Bergpfaden kann man diese extreme Umgebung erwandern, mitten im Eismeer und besonders schön wie jetzt zur Zeit der Mitternachtssonne. Dabei lässt es sich in alten Fischerhäusern, die einst von den Saisonfischern genutzt wurden, bequem und direkt über dem Wasser übernachten.

Abwechslungsreich ist der Wanderweg

In Nusfjord auf der Insel Flakstadøya reiht sich eine Holzhütte an die andere, rot, goldgelb oder weiß bemalt, schwarze Dächer und weiße Fensterrahmen. Im kleinen Ortszentrum verkauft der historische Gemischtwarenladen frische Waffeln mit Kaffee und erinnert auf verblichenen Fotografien daran, dass der Ort einst ein wichtiger Handelsposten war. Doch mit dem Aufkommen der Motorschifffahrt ist der Ort in die Bedeutungslosigkeit versunken und heute ein lebendiges Museum.

Unterwegs auf einem alten Fischersteig

Ein alter Fischersteig führt von hier aus knapp fünf Kilometer an der Küste entlang in den Nachbarort Nesland. Inzwischen ist der Weg eine der beliebtesten Touren für Wanderer auf den Inseln. In seinem Wanderführer „Lofoten und Vesterålen“, den Tobias Kostial im Bergverlag Roter veröffentlicht und mit beeindruckenden Fotografien bebildert hat, zählt dieser Weg zu den Toptouren. Doch angelegt wurde er einst für die Fischer, um schnell und bei jedem Seegang in den Nachbarort zu kommen. Abwechslungsreich wandern wir auf einem ausgetretenen Pfad durch Morast, auf Leitern über Felsen, vorbei an kalten klaren Bächen, die von den dunklen Granitgipfeln ins Meer fließen, durch kleine Birkenwälder und über Blockgeröll.

Nur wenige Monate sind die Berge hier schneefrei. Die Umgebung erfordert auch eine spezielle Wanderausrüstung. Allem voran empfiehlt Nordland-Experte Tobias Kostial wasserdichte Wanderschuhe. Dazu kommen Regen-, aber auch Sonnenschutz und – kaum zu glauben: Badesachen für den Strand.

12°C Wassertemperatur halten vom Baden eher ab

Das glasklare Wasser sieht sehr verlockend aus. Auf der anderen Seite der Insel sind die karibisch anmutenden Sandstrände ein beliebtes Surfrevier. Doch für ein Bad im Meer braucht es hier ein wenig Überwindung, hat das Wasser im Sommer doch kaum mehr als 12°C. Das ist sehr erfrischend!

Buch-Tipp

Genauere Informationen zur Tour und eine Wegbeschreibung gibt es im Wanderführer:

Lofoten und Vesteralen
Autoren: Andrea und Tobias Kostial
Rother-Verlag
ISBN 978-3-7633-4464-2
Preis: € 14,90

Karte: Lofoten

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